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3. Handball-Liga

SVK rechnet mit langer Pause

Der SV Kornwestheim musste in der 3. Handball-Liga am Samstag eine Heimpleite einstecken: Im dritten Ligaspiel verlor der SVK nach zwei Siegen gegen den VfL Pfullingen mit 28:29 (19:17).

Die Handballer des SV Kornwestheim um Keeper Jan David rechnen damit, als Amateure eingestuft zu werden. Archivfoto: Baumann
Die Handballer des SV Kornwestheim um Keeper Jan David rechnen damit, als Amateure eingestuft zu werden. Foto: Baumann

Kornwestheim. Kurz vor Spielende setzte sich Jan David, Torwart des Handball-Drittligisten SV Kornwestheim bei einer Unterbrechung und wischte mit seiner Torwarthose Schweißtropfen im Kreis auf. Der SVK landete im Derby dann tatsächlich auf dem Hosenboden. „Wir haben in der zweiten Hälfte Schwierigkeiten gehabt, vorne gute Lösungen zu finden“, analysierte Kornwestheims Hendrick Schoeneck die 28:29-Niederlage gegen den ehemaligen Bundesligisten VfL Pfullingen, nachdem die Mannschaft nach zwei Auftaktsiegen wegen eines positiven Coronafalls zuletzt zwei Partien ausfallen lassen musste. Seit Mittwoch hatte der SVK nach einer zweiwöchigen Qarantäne wieder trainiert.

Trommler machen Stimmung

Zumindest akustisch ließ die Begegnung in der Osthalle keine Begegnung in der Coronakrise vermuten: Die Stadt hatte dem Verein die Partie mit einer verringerten Zuschauerzahl gestattet, die Kornwestheimer Trommler legten ordentlich los und eine Handvoll Gästefans sorgten lautstark für echte Derby-Atmosphäre.

Hinter den Kulissen herrscht jedoch alles andere als Normalbetrieb. Der Verband hat die Partien in den nächsten zwei Wochen abgesagt und prüft, ob die 3. Liga als Profiliga bewertet wird und so den Spielbetrieb aufrecht hält. „Das würde mich wundern“, erklärte SVK-Coach Alexander Schurr, „auch, wenn wir vielleicht amateurhaft bezahlte Profisportler sind. Wenn wir nicht als Amateure eingestuft werden, würden bundesweit 72 Teams spielen und es müsste wohl auch Corona-Testungen geben, wer soll die dann bezahlen?“

Vor dem Hintergrund, wohl lange nicht zu spielen, legten seine Schützlinge entsprechend heiß los: Marvin Flügel markierte nach zwölf Minuten das 10:6. Die gute rechte SVK-Seite mit Peter Jungwirth und Christopher Tinti legte kurz vor der Pause einen starken Zwischenspurt hin und sicherte die 19:17-Führung. „Das war ein Torspektakel ohne Paraden“, fand Schurr, tatsächlich bekamen beide Torhüter in der ersten Hälfte kaum einen Ball zu halten.

Im zweiten Durchgang steigerte sich SVK-Torhüter David dann deutlich, er parierte nun sogar einige Siebenmeter. Vorne leisteten sich seine Vorderleute aber deutlich zu viele Fehlwürfe. Als die offensive Kornwestheimer Deckung auch noch einige Löcher anbot, gingen die Gäste in Führung. Fabian Kugel gelang nach 50 Minuten nach dem Ausgleich zwar mit dem 27:26 noch einmal eine Führung, doch in der hektischen Schlussphase mit vielen Unterbrechungen und hitzigen Wortgefechten waren die Pfullinger schlicht treffsicherer: Jungwirths Tor zum 28:29 war nur noch Ergebniskosmetik. „Im Angriff haben wir uns am Ende verzettelt“, meinte Schurr, der nun eine Pause befürchtet, die vielleicht sogar erst im neuen Jahr endet.

SVK: David, Welz – P. Jungwirth (5), Reusch (4), Flügel (2), Tinti (1), Zeppeister, Lantella (3), Döll (3), Kugel (2), Hiller (1), Kazmeier (6/3), Schoeneck (1), Hellerich.

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