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2. Handball-Bundesliga
Tom Wolf ist bei der SG BBM Bietigheim auf bestem Weg zu alter Stärke

Seine bislang besten Jahre: Im Trikot der HSG Konstanz entwickelt sich Tom Wolf zum Führungsspieler. Foto: Eibner
Seine bislang besten Jahre: Im Trikot der HSG Konstanz entwickelt sich Tom Wolf zum Führungsspieler. Foto: Eibner
Nach einem verlorenen Bundesliga-Jahr ist der Neuzugang der SG BBM Bietigheim nah an seiner Form, die er vor seiner langen Verletzung hatte. Am Samstag trifft er mit der SG in der 2. Handball-Bundesliga auf die Eulen Ludwigshafen.

Bietigheim-Bissingen. Das mit der Integration in der neuen Heimat nimmt Tom Wolf offensichtlich sehr ernst. Der Neuzugang des Handball-Zweitligisten SG BBM Bietigheim hat bereits die wichtigsten Sportstätten des örtlichen Profisports abgeklappert, noch bevor er selbst auch nur ein Heimspiel in heimischer Halle für seinen neuen Club bestritten hat. Vor der Partie gegen die Eulen Ludwigshafen am Samstag (18.30 Uhr) in der EgeTrans-Arena hat der 28 Jahre alte Rückraumspieler für Freitagabend geplant, mit Teamkollegen den Bietigheim Steelers in selbiger beim DEL-Spiel gegen den ERC Ingolstadt zuzuschauen - auch wenn die Partie letztlich wegen Schäden im Eis kurzfristig abgesagt wurde. Vor einer Woche ging es für Wolf und Co. bereits in die Ludwigsburger MHP-Arena zum spektakulären Heimsieg der SG-Frauen in der Champions League gegen Ferencváros Budapest.

„Das wird hier so gelebt. Man verbringt viel Zeit miteinander, da macht man dann vielleicht auch mal einen Schritt mehr im Spiel, als es in anderen Mannschaften der Fall wäre“, sagt Wolf über die Aktivitäten seines neuen Teams. Erst seit etwas mehr als einer Woche spielt Wolf für die Bietigheimer. Zuvor lief Wolf von 2017 bis 2021 für Zweitligist HSG Konstanz auf, ehe er sein Glück erstmals in der Bundesliga versuchte.

Pechvogel reißt sich die Achillessehne

Beim TuS N-Lübbecke wurde Wolf allerdings zum Pechvogel des Teams: „Ich habe mir nach drei Wochen Vorbereitung die Achillessehne gerissen.“ Nach langer Reha kam Wolf nur schwer in Tritt, bekam weniger Einsatzzeit als erhofft bei den Ostwestfalen, die als 18. nach nur einem Jahr wieder in die zweite Liga abstiegen. „Andere Spieler standen voll im Saft und irgendwie wurde es schwierig, da eine Chance zu kriegen“, so Wolf. Auch zu Beginn dieser Saison war keine Besserung in Sicht, daher der kurzfristige Wechsel nach Bietigheim vor dem dritten Spieltag.

Unverständnis beim Ex-Club

„Die sportliche Situation war für ihn nach seiner langen Verletzung sicherlich nicht einfach. Trotz allem finde ich es schade, wenn ein Spieler nach zwei Pflichtspielen diesen Wunsch äußert“, sorgte das beim Sportlichen Leiter des TuS, Rolf Hermann, für wenig Verständnis. Doch bei den Ellentälern scheint es wieder zu laufen. Beim Auswärtssieg in Coburg erzielte Wolf fünf Tore, nachdem ihm im Lübbecke-Jersey kein einziger Treffer gelungen war. „Ich bin völlig schmerz- und angstfrei. Zu der Form vor der Verletzung fehlt nach einem Jahr ohne Spielpraxis noch ein Stück. Dass ich im ersten Spiel aber viel gespielt und mich wohlgefühlt habe, hilft, um wieder da hin zu kommen, wo ich in Konstanz war.“ Am Bodensee hatte Wolf als Führungsspieler 2020/21 in 25 Spielen 162 Tore erzielt.

Dabei stand die Karriere des Projektmanagement-Studenten schon einmal auf der Kippe. Nach drei Drittligajahren beim TV Korschenbroich wechselte Wolf mit 22 in die 5.Liga zum DJK Adler Königshof. „Das ist aus einer Reihe an Fußverletzungen entstanden. Ein Arzt hatte mir sogar geraten, aufzuhören.“ Doch Wolf versuchte es noch einmal, spielte unter seinem Vater in der Krefelder Fünftligamannschaft und wurde wieder fit.

So hoch spielen wie möglich

Nun will er so hoch spielen wie möglich – vielleicht auch noch einmal in der Bundesliga. „Wenn sich die Chance vielleicht sogar hier bietet, ist die Bundesliga immer ein Thema“, sagt er über seinen neuen Club. Mit den Bietigheimern hofft er am Samstag im Spiel gegen die Eulen Ludwigshafen auf den dritten Sieg in Serie. „Das wird ein extremes Kampfspiel“ Das liege dem Spielmacher aber ohnehin: „Ich bin rein von meinen Fähigkeiten nicht der Künstler, sondern ich beiße mich schon gerne ins Spiel rein.“