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Bundesliga-MIx

Wenn der SC Bietigheim-Bissingen und die Heilbronner Falken in der Deutschen Eishockey-Liga 2 aufeinandertreffen, geht es selten harmonisch zu. Doch beim 4:1-Sieg der Steelers am Sonntag in der von 3768 Zuschauern besuchten Ege Trans-Arena wurde es erst nach dem Schlusspfiff emotional. Während die Bietigheimer als souveräner Spitzenreiter feierten, lagen bei den abstiegsbedrohten Falken die Nerven blank.

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Fabian Dahlem. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Die zusätzliche Provokation des Stadionsprechers dürfte die Laune der Heilbronner nicht gerade verbessert haben. Er animierte die Steelers-Fans, nochmal hämisch den Endstand zu rufen. Prompt kam es zu einer kurzen handfesten Rangelei zwischen Ordnern und Falken-Anhängern. „Da noch Salz in die Wunde zu streuen, ist nicht in Ordnung. Das haben wir intern geklärt“, betont Steelers-GeschäftsführerVolker Schoch und fügt hinzu: „Wir wollen, dass Heilbronn in der DEL 2 bleibt. Diese Derbys haben etwas für sich.“

Allerdings wird der Klassenverbleib für die Heilbronner eine Herkulesaufgabe. Schon in den vergangenen zwei Jahren war der Erzrivale der Bietigheimer sportlich abgestiegen, konnte sich in beiden Fällen aber nachträglich retten, weil in der zweiten Liga ein Platz frei wurde.

In diesem Jahr sollte eigentlich alles besser werden. Trainer Fabian Dahlem traute sich und seinem Team einen Mittelfeld-Platz zu. Stattdessen ist erneut Existenzkampf angesagt. Das verärgert die Fans. „Kein Erfolg und kein Konzept – Dahlem muss noch heute weg“, war am Sonntag auf einem Spruchband im Gästeblock zu lesen. Und auch während dem Spiel waren lautstarke „Dahlem raus“-Rufe der Falken-Fans zu vernehmen.

Der Trainer selbst wies in der Pressekonferenz nach dem Spiel jegliche Schuld von sich. Das Team, das er mit zusammengestellt hat, hält er für zu schwach: „Wenn unserer Potenzial so gut wäre, wie uns immer nachgesagt wird, wären wir nicht da, wo wir jetzt stehen.“ Bei Fragen nach konkreten Lösungsansätzen des Übungsleiters flüchtete sich der 51-Jährige in Floskeln. Als es ein Kollege der Heilbronner Stimme genauer wissen wollte und nicht locker ließ, schritt Schoch ein und bat um Nachsicht. Der berechtigte Einwand des Heilbronner Redakteurs: „Dann ist das hier keine Pressekonferenz, sondern eine Showveranstaltung.“ Schoch sieht die Sache anders: „Die Pressekonferenz ist dazu da, um das Spiel zu bewerten. Es kann nicht sein, dass da Probleme zwischen Presse und Club auf unserer Plattform ausgetragen werden.“ Er sehe keine Einschränkung der Pressefreiheit.

Die Play-downs sind für die Falken nicht mehr abzuwenden, dagegen können sich die Steelers bereits am Freitag mit einem Sieg die Hauptrundenmeisterschaft sichern. Um 19.30 Uhr kommt der Tabellenzweite Löwen Frankfurt in die Ege Trans-Arena. „Es wäre schön, wenn wir es klarmachen könnten. Aber Sicherheit geht vor. Wir werden nichts riskieren“, sagt Schoch.