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Bundesliga-Mix

Kevin Gaudet. Foto: Baumann
Kevin Gaudet. Foto: Baumann

Die Niederlage der MHP-Riesen Ludwigsburg bei den Hakro Merlins Crailsheim am Sonntagnachmittag war nicht nur wegen des Ergebnisses untypisch für die Saison des Ludwigsburger BBL-Spitzenreiters, der zuvor 18 Spiele in Serie gewonnen hatte. Denn gerade in der Offensive ging den Riesen jegliche Lockerheit flöten. Der Ball wurde kaum bewegt und man verließ sich auf Einzelaktionen. „Wir hätten wacher und konzentrierter sein können“, monierte Riesen-Trainer John Patrick nach dem Spiel.

Spätestens in der zweiten Spielhälfte agierten die Ludwigsburger in der Offensive praktisch nur noch mit dem Kopf durch die Wand. Ein solches Spiel, das auf Einzelaktionen aufbaut, wäre wie geschaffen für Barry Brown gewesen. Doch der Guard der Riesen war in Crailsheim nicht im Kader, obwohl er am Dienstag gegen Chemnitz nach einer Verletzungspause aufs Parkett zurückgekehrt war. „Wenn Barry bei 100Prozent ist, kann er uns helfen. Am Dienstag war das nicht der Fall“, blickte Patrick auf den Heimsieg gegen die Niners Chemnitz zurück.

Gegen Crailsheim habe Patrick ein „physisches und defensivorientiertes Spiel erwartet“, wie er nach der Partie bescheinigte. Daher fiel seine Entscheidung auf Browns US-amerikanischen Landsmann Jonah Radebaug. „Jonah hat super verteidigt“, sagte Patrick: „Offensiv war er ein bisschen unglücklich.“

Gaudets fröhliche Rückkehr

Am Sonntagabend kam im Presseraum der EgeTrans-Arena mal wieder nostalgische Atmosphäre auf. „Ja, schönen guten Abend“, sagte Kevin Gaudet, Trainer der Tölzer Löwen, so wie er es stets auch zu seiner Zeit an der Bande mit den Bietigheim Steelers getan hatte. Zwischen 2011 und 2018 holte der 57-Jährige in der Deutschen Eishockey-Liga2 drei Meistertitel mit den Bietigheimern, ehe sein Vertrag aus Sparzwängen nicht verlängert wurde. Seit Mai 2019 trainiert er nun die Oberbayern.

Seine Rückkehr am Sonntag war deshalb nicht die erste, doch Gaudet war besonders gut gelaunt. Überschwänglich begrüßte er Vereinsmitarbeiter und Pressevertreter und erkundigte sich dann bei Steelers-Pressesprecher Patrick Jonza: „Was gibt es Neues in Bietigheim?“ Neben der Freude über das Wiedersehen trug sicher auch der 5:0-Erfolg über die Steelers zu Gaudets guter Laune bei. Doch trotz des deutlichen Sieges betonte der Kanadier: „Wenn Bietigheim alle verletzten Spieler zurück hat – Benjamin Zientek, Nicolai Goc, Tim Schüle – können sie viel erreichen. Die Chancen sind da.“ Steelers-Coach Daniel Naudwidersprach nicht: „Ich traue uns alles zu. Aber man braucht Glück und muss gesund bleiben.“

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