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Tischtennis

Die Zuversicht ist beim TTC groß

Die Tischtennis-Saison ist beendet. Aufgrund der Coronakrise wird der Spielbetrieb nicht mehr aufgenommen. Regionalligist TTC Bietigheim-Bissingen war ohnehin schon mit den Gedanken in der Zukunft – und hat dabei ehrgeizige Ziele.

In der Leistungssportgruppe eingeplant: Tischtennis-Spieler Jeremy Löffler. Fotos: Baumann
In der Leistungssportgruppe eingeplant: Tischtennis-Spieler Jeremy Löffler. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Der Saisonabbruch im Tischtennis lässt Matthias Grünenwald kalt. „Unabhängig davon, wären wir nur Zweiter gerworden. Stuttgart ist einfach zu gut“, sagt der Vorstand des TTC Bietigheim-Bissingen, der bis vor der Spielunterbrechung wegen des Coronavirus in der Regionalliga um den Aufstieg in die 3. Liga kämpfte und diesen auch wahrnehmen wollte. „Wir wollen aufsteigen, definitiv.“

Das hat sich nun erst einmal erledigt. Am vergangenen Mittwoch teilte der Deutsche Tischtennis-Bund mit, dass die Saison in allen Ligen außer der Männer-Bundesliga beendet wird. Die Tabelle wird mit dem Stand vom 13. März gewertet – sprich: Der DJK Sportbund Stuttgart steigt als Meister in die 3. Liga auf, Bietigheim-Bissingen geht als Vizemeister in die Analen ein. Mit der Frauenmannschaft steigen die Stuttgarter ebenfalls in die 3. Liga auf. Der SV Salamander Kornwestheim belegt in der Regionalliga den vierten Rang.

Mit dem zweiten Platz kann Grünenwald gut leben. Wie der 43-Jährige berichtet, haben die Verantwortlichen die sportfreie Zeit bereits genutzt, um die Planungen für die kommende Saison voranzutreiben. Dann soll die Meisterschaft gelingen. „Der Anspruch ist erneut der Aufstieg. Wir hatten das alles schon vor Corona auf den Weg gebracht“, sagt Grünenwald.

Seinen Optimismus begründet er vor allem mit einer Neuerung im Trainingsangebot: Der TTC hat von der Stadt Bietigheim die Erlaubnis bekommen, die Halle in Untermberg künftig auch vormittags zu nutzen. „Es wird deutlich professioneller als bisher. Wir haben die komplette Mannschaft vor Ort und können eine super Trainingsgruppe bilden“, betont Grünenwald.

Die Leistungssportgruppe soll unter dem Namen Top-Spin-University laufen. Auch talentierte Jugendspieler werden mittrainieren. „Wir wollen Profibedingungen anbieten. Der nächste Schritt wird das Gespräch mit den Schulen sein, um Schüler beispielsweise vom Sportunterricht zu befreien“, blickt der Vorstand voraus.

Geleitet wird das Training von Andreas Kienle, dem Coach der Männermannschaft. Der 46-jährige A-Lizenzinhaber ist in Teilzeit beim TTC angestellt, arbeitet aber nebenbei im elterlichen Betrieb. „Für eine hauptamtliche Anstellung reicht unser Budget nicht“, sagt Grünenwald. Nach seinen Angaben stehen dem Verein mit etwa 150 Mitgliedern pro Jahr circa 50 000 Euro zur Verfügung.

Auch erste Zugänge stehen fest. Wie Grünenwald berichtet, wird Jeremy Löffler nun dauerhaft in Bietigheim wohnen, er pendelte seither aus der Nähe von Offenburg an die Enz. Zudem sollen bald ein Spanier und Italiener als neue Spieler unterschreiben. Die Wirren der Coronakrise verzögern laut Grünenwald derzeit noch die Unterschrift.

Dass die Coronakrise auch die ehrgeizigen Pläne des TTC ins Wanken bringt, glaubt er nicht. Die beiden Hauptsponsoren – die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen und ein Immobilienhändler – seien in ihrem Geschäftsmodell wenig betroffen. Sicher kann man sich dessen allerdings nicht sein. Gestern berichtete der Spiegel von einer Umfrage, wonach ein Viertel aller kommunalen Stadtwerke mit einem Umsatzrückgang rechnen.

Grünenwalds Befürchtung dagegen ist eher, dass möglicherweise unter den 50 Jugendlichen der eine oder andere nicht mehr den Weg zurück in die Tischtennishalle findet.

Ansonsten könnte die Sportart vielleicht sogar profitieren, wie Grünenwald hofft: „Bei Männern und Frauen wird sich der Schaden in Grenzen halten. Vielleicht dreht sich die Schraube bei mancher Sportart zurück und Tischtennis wird möglicherweise wieder etwas interessanter.“

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