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Tischtennis

Großes Talent ohne Sprachbarriere

Die Steinheimer Tischtennisspielerin Leonie Hartbrich arbeitet weiter an ihrer internationalen Karriere: Im Dezember stand die 21-jährige Ungarin mit ihrem französischen Verein FC Metz TT im Halbfinale der Champions League.

Leonie Hartbrich im Trikot ihres französischen Vereins Metz TT. Foto: privat
Leonie Hartbrich im Trikot ihres französischen Vereins Metz TT. Foto: privat

Steinheim. Die Ereignisse haben sich in den vergangenen Wochen bei Leonie Hartbrich überschlagen: Im August wechselte die Sportmanagement-Studentin zum französischen Spitzenteam nach Metz. „Das war für mich eine Riesenumstellung, vor allem wegen der Sprachbarriere“, räumt sie ein, „aber ich spreche nun immer besser französisch.“

Im Oktober wurde Leonie Hartbrich positiv auf Corona getestet, zwei Wochen Quarantäne standen an. „Erst haben wir es nicht bemerkt, aber dann war mein Geschmacks- und Geruchssinn nicht mehr da“, erinnert sie sich, „ich hatte auch Schmerzen beim Atmen.“ Das Ausnahmetalent hatte danach dennoch seine Einsatzzeiten in der französischen Liga und in der Königsklasse. Auch in der kompakt im österreichischen Linz zu Ende gespielten Champions League vor Weihnachten kam sie zum Einsatz. Erst im Halbfinale war für Hartbrich und ihr Team Schluss.

Neben ihrem Fernstudium verbringt Leonie Hartbrich gerade täglich sechs Stunden in der Trainingshalle. Obwohl die Spätfolgen der Corona-Erkrankungen immer noch präsent sind. „Im Training habe ich teilweise immer noch einen extrem hohen Puls und Schwierigkeiten beim Atmen“, erklärt sie, „ich hätte nicht gedacht, dass es Hochleistungssportler so umhauen könnte.“

In der französischen Liga stehen nun schon die nächsten Partien an, derzeit hat sie eine 3:1-Einzelbilanz. Im Februar geht es wieder einmal eine Woche nach Steinheim, wo ihre Mutter Szilvia Kahn und ihr Stiefvater Martin Maletta leben. „Bei Leonie ist in den vergangenen Monaten viel passiert“, stellt Maletta fest.

Als Teenager spielte Hartbrich bereits beim einstigen deutschen Mannschaftsmeister TV Busenbach in der ersten Bundesliga. Mit dem Wechsel im Sommer nach Metz machte sie auch den Sprung in eine Mannschaft, in der internationale Tischtennis-Größen spielen: Hartbrich profitiert dort im Training von der einstigen Einzel-Europameisterin Wu Jiaduo sowie von den beiden rumänischen Nationalspielerinnen Adina Diancu und Daniel Dodean-Montero.

Bei ihrem Heimaturlaub in der Urmenschstadt dürften dann auch wieder einige Übungseinheiten mit ihrer Mutter und Förderin anstehen, Szilvia Kahn, mehrfache nationale Meisterin, schaffte es einst mit der ungarischen Nationalmannschaft ins WM-Halbfinale.

Doch auch Tochter Leonie macht Riesenschritte, um eine internationale Karriere hinzulegen: Vor genau einem Jahr qualifizierte sie sich mit der ungarischen Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele, die dann der Coronapandemie zum Opfer fielen. Im März stand Leonie Hartbrich noch auf dem siebten Platz der U21-Weltrangliste.

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