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Hockey

Hallenspieler Raphael Schmidt setzt auf Fans

Hockeyclub Ludwigsburg trifft am Sonntag in der Bundesliga auf Spitzenreiter Mannheimer HC – „Da haben wir Chancen“

Gerne in der Halle am Ball: Raphael Schmidt.Foto: Baumann
Gerne in der Halle am Ball: Raphael Schmidt. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Sechs Spiele sind in der Hallenhockey-Bundesliga Süd absolviert und der HC Ludwigsburg steht mit nur einem Sieg auf dem sechsten Platz am Tabellenende. Doch von Panik ist bei den Rothemden keine Spur. „Man darf das nicht überbewerten“, sagt Raphael Schmidt vor dem Duell mit dem Mannheimer HC am Sonntag (15 Uhr/Alleenhalle). „Man darf nicht vergessen, dass wir Aufsteiger sind und jeden einzelnen Zähler hart erkämpfen müssen.“

Dabei helfen Spieler wie Raphael Schmidt, den Trainer Daniel Weißer als typischen Hallenspieler beschreibt. Mit dieser Zuschreibung kann der 26-Jährige leben. „Mir macht es mehr Spaß, weil es mehr auf Technik, Spielverständnis und Entscheidungsverhalten ankommt. Auf dem Feld ist es athletischer“, beschreibt Schmidt in der Halle erforderliche Fertigkeiten. „Das sind Eigenschaften, die mir liegen, weshalb ich gerne in der Halle spiele.“

Schmidt kommt aus einer hockeyverrückten Familie. Sein Vater Helmut hat die erfolgreiche Entwicklung das HCL in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich mitgestaltet, sein Bruder Severin gehört zu den großen Stützen des Teams. Nebenbei studiert Raphael Schmidt Grundschullehramt an der PH Ludwigsburg und trainiert die Mädchen A und B des HCL.

Über die Weihnachtsfeiertage hatten die Ludwigsburger nun eine Woche Zeit, um sich von den Strapazen des dichten Spielplanes zu erholen. Seit Anfang der Woche trainieren die Hockeyspieler wieder individuell, am Donnerstag gab es ein Trainingsspiel gegen die in der Halle zweitklassigen Stuttgarter Kickers.

„Wir hatten teilweise vier Spiele in zehn Tagen. Da war die Regeneration wichtig“, sagt Schmidt, der in der bisherigen Hallensaison zwei Tore beisteuerte. „Jetzt können wir hoffentlich mit Power in das neue Jahr starten und die nächsten drei Punkte einfahren.“

Gegen den Tabellenführer der Südstaffel, den Mannheimer HC, dürfte das besonders schwer werden. „Wir spielen gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft, die seit Jahren im Süden eigentlich die Nummer eins ist“, betont Schmidt.

Im Hinspiel kassierten die Ludwigsburger eine heftige 11:4-Niederlage. Doch morgen herrschen andere Voraussetzungen, im Hexenkessel der voraussichtlich gut gefüllten Alleenhalle geben die Fans des HCL den Ton an. „Wir haben schon gezeigt, dass wir Mannheim in unserer Halle bezwingen können. Da haben wir Chancen. Aber wir sind der Außenseiter“, sagt Schmidt, der derzeit noch in Waiblingen wohnt, aber plant, demnächst nach Oßweil zu ziehen. Für einen Erfolg müssen die Ludwigsburger allerdings konstanter auftreten als in den bisherigen Spielen. Mehrfach hat der HCL eine klare Führung leichtfertig verspielt und auswärts sogar überhaupt keinen Zähler geholt. Ein Ärgernis, wie auch Schmidt feststellt: „Die Chancen waren da. Die Cleverness hat am Ende gefehlt, eine Führung auch mal zu verwalten und die Punkte einzufahren.“

Nun bleiben dem HCL vier Spiele Zeit, um den letzten Tabellenplatz noch zu verlassen und so in der Liga zu bleiben. Ein Überraschungserfolg morgen gegen den Mannheimer HC wäre da Gold wert. Für Schmidt durchaus denkbar: „Mit unserem Publikum im Rücken ist immer alles möglich.“

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