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LKZ-Gesundheitsaktion

Lauf geht‘s verbindet Ausdauertraining und Genuss

Seit gut einem Monat sind die Teilnehmer der LKZ-Gesundheitsaktion Lauf geht‘s im Training. Wie sie das möglichst effektiv gestalten und Verletzungen vermeiden, erläuterte Wolfgang Grandjean, einer der Initiatoren des Projektes, jetzt in einem Vortrag.

Um seine Tipps zum Training überzeugend zu präsentieren, verfällt Lauf geht‘s-Mitinitiator Wolfgang Grandjean auch auf der Bühne in den Laufschritt.Foto: Ramona Theiss
Um seine Tipps zum Training überzeugend zu präsentieren, verfällt Lauf geht‘s-Mitinitiator Wolfgang Grandjean auch auf der Bühne in den Laufschritt. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Wolfgang Grandjean ist Genussmensch. Das sieht man ihm an und das betont er auch in seinen Vorträgen. Er ist aber auch Läufer und Miterfinder von Lauf geht‘s. Und diese beiden Pole spiegeln sich auch in dem ganzheitlichen Trainings- und Ernährungsprogramm wider, das Laufeinsteiger in sechs Monaten zum Halbmarathon führt. Lauf geht‘s fordert den Teilnehmern zwar durchaus Anstrengungen ab, soll aber Spaß machen, wie Grandjean jetzt bei seinem Vortrag „Training ist mehr als Laufen“ betonte.

Training bestehe nicht nur aus der körperlichen Belastung, sondern auch aus der richtigen Regeneration. Grandjean riet deshalb, Erholungsphasen von mindestens einem Tag zwischen den Trainingseinheiten einzulegen. Das bewahre nicht nur vor Verletzungen, sondern fördere auch die Leistungsentwicklung. Zu lange sollten sie Pausen allerdings auch nicht sein. Denn sonst baue sich die Fitness wieder ab oder stagniere zumindest.

Der Lauf geht’s-Experte warnte vor zu viel Ehrgeiz. Es bringe nichts, versäumte Trainings nachzuholen und dafür auf Pausen zu verzichten. Das führe häufig zu Verletzungen oder Übertraining. Letzteres sei an Symptomen wie Infektanfälligkeit, länger anhaltender Erschöpfung oder Lustlosigkeit in puncto Training zu erkennen.

Statistisch seien davon vor allem Männer betroffen, habe man bei früheren Lauf geht‘s-Aktionen erkannt. Diese neigten viel eher als Frauen dazu, sich zu überfordern und seien deshalb auch häufiger verletzt.

Teilnehmer, die neben Lauf geht‘s auch noch zusätzlich Sport treiben, sollten deshalb die eine oder andere Lauftrainingseinheit weglassen. Die langen gemeinsamen Läufe bei den Lauftreffs am Sonntagvormittag oder am Donnerstagabend seien aber quasi Pflicht, so Grandjean. Denn Muskeln, Gelenke, Sehnen und Faszien müssten sich an das Laufen gewöhnen. Lange Trainingseinheiten mit eher niedrigem Puls seien zudem wichtig, um den Fettstoffwechsel zu aktivieren. Ohne sei ein Halbmarathon für die Lauf geht‘s-Teilnehmer kaum zu schaffen. Denn die Kohlehydratspeicher des Körpers reichten nicht bis ins Ziel, so Grandjean.

Um die rund 250 Teilnehmer der LKZ-Aktion optimal für den Halbmarathon im Herbst im Bottwartal vorzubereiten, werden die Trainingspläne immer wieder nach neusten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. So setzt das Programm in diesem Jahr erstmals auf das „polarisierte Training“. Dabei gebe es neben den langsamen Dauerläufen sehr intensive Trainingseinheiten aber nichts dazwischen, erläuterte Wolfgang Grandjean.

Intensiv heißt bei Lauf geht‘s Tabata-Training, benannt nach dem japanischen Wissenschaftler Izumi Tabata. Dabei wird 20 Sekunden lang so schnell wie möglich auf der Stelle gelaufen und die Beine dabei bis an die Brust gezogen. Zwischen den acht Wiederholungen gibt es jeweils zehn Sekunden Pause. Beliebt bei de Teilnehmern ist das Training nicht gerade, wie eine Umfrage im Saal ergab, aber es ist effektiv. (red)