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Marcel Fehr berichtet über den Läuferalltag in der Coronakrise

Leichtathlet Marcel Fehr hat beim ersten Vortrag der Gesundheitsaktion Lauf geht’s über sein turbulentes Sportjahr berichtet.

Marcel Fehr.Foto: Andreas Becker
Marcel Fehr. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Mit einer coronabedingten Verspätung hat in dieser Woche der erste Livevortrag von Lauf geht’s stattgefunden. Im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse Ludwigsburg berichtete Leichtathlet und Gewinner des jüngsten Bietigheimer Silvesterlaufs Marcel Fehr gemeinsam mit seinem Trainer Uwe Schneider über den Trainingsalltag in der Coronakrise, neue Motivation und über den Haufen geworfene Pläne.

Noch im Oktober des vergangenen Jahres bereitete sich Fehr mit einem Höhentraining in Kenia auf die ursprünglich für Sommer 2020 geplanten Olympischen Spiele vor – mit Erfolg. Die läuferische Form passte, beim Silvesterlauf in Bietigheim rannte er – wie auch seine Lebensgefährtin Hanna Klein – allen davon und holte den Sieg beim prestigeträchtigen Rennen. Wenige Monate später traf ihn die Coronakrise allerdings hart. „Im März musste ich aus dem Trainingslager zurück nach Deutschland“, berichtet der 28-jährige Freiburger.

Dort erlebte er, wie das Laufen in den vergangenen Wochen und Monaten so beliebt wurde wie nie zuvor. „Es gibt kreative Ideen, wie man das Beste aus der Krise machen kann. Es gibt mittlerweile so viele Läufer wie nie zuvor. Das hat also auch ein paar gute Seiten.“

Laufen sei einfach und unkompliziert, man brauche weder eine Halle noch große Sportflächen dafür. Auch sei Laufen, wie Fehrs Trainer Uwe Schneider hervorhebt, nicht an Öffnungszeiten beispielsweise von Fitnessstudios gebunden. Und viel wichtiger, so Fehr, „löst Laufen Endorphine aus“, also Glückshormone. Hinzu kommen die Erfolge, die man im Laufen erzielen kann. Dafür gab er in Ludwigsburg auch Einblicke in seine Trainingsabläufe und die richtige Mischung aus Tempo-, Dauer-, Berg-, Treppenläufen und Sprints sowie zur Verletzungsprävention. Doch auch ein Profiläufer wie Fehr ist nicht vor Motivationsproblemen gefeit. In solchen Fällen helfen ihm Trainingspartner oder feste Termine. „Das ist der größte Vorteil, wenn man gemeinsam läuft. Es ist so viel einfacher, die Läufe durchzuziehen“, ist sich Fehr sicher.

Doch das ist nicht der einzige Vorteil des Laufens in der Gruppe. „Das andere ist der Austausch“, so Fehr weiter. Dass das nicht nur für Laufprofis, sondern auch für Hobbyläufer gilt, wird bei der Lauf-geht’s-Veranstaltung der Ludwigsburger Kreiszeitung im Louis-Bührer-Saal deutlich. Etliche Teilnehmer tauschen sich beim Warten auf Fehrs Vortrag bereits über ihre Erfahrungen mit dem bisher absolvierten Laufprogramm aus.

Trotz des bisher wegen der Coronapandemie etwas improvisierten Lauf-geht’s-Programms bleibt indes das Ziel das gleiche: das Absolvieren des Halbmarathons beim diesjährigen Bottwartal-Marathon. Im vorsichtigen Optimismus übte sich einer der Marathon-Organisatoren Holger Bäßler: „Wir wollen laufen und werden ein Konzept vorstellen, mit dem wir hoffen, dass der Bottwartal-Marathon stattfinden kann“, so der Organisator. „Wir sind guten Mutes.“

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