Logo

Laufsport

Markgröninger Fußballerin entdeckt ihre Freude am Langstreckenlauf

Jasmin Klotz aus Markgröningen hat den Bottwartal-Marathon schon einmal gewonnen und kann darüber hinaus eine beachtliche Wettkampfbilanz vorweisen

Auf dem Weg zum Sieg: Jasmin Klotz beim Dresden Marathon 2019.Foto: privat
Auf dem Weg zum Sieg: Jasmin Klotz beim Dresden Marathon 2019. Foto: privat

Markgröningen. Vor allem Mannschaftsportler sind einem großen Terminstress ausgesetzt. Mehrfach pro Woche Training, am Wochenende ein Spiel – das mag Spaß machen, kann auf Dauer aber auch ziemlich einschränkend sein. Bei Jasmin Klotz überwog irgendwann die Abneigung gegen die ständige Abhängigkeit vom Spielplan. So wurde die Zweitliga-Fußballerin aus Markgröningen vor sechs Jahren zur Läuferin – und zwar zu einer ziemlich guten.

„Mir war es den Zeitaufwand irgendwann einfach nicht mehr wert, aber Sport machen wollte ich trotzdem“, blickt die 32-Jährige zurück. „Und da ist es das Einfachste auf der Welt, die Schuhe anzuziehen, aus der Tür zu gehen und loszulaufen. Und zwar dann, wenn ich Lust habe.“

Ihre Bilanz kann sich dabei sehen lassen. Nach dem Sieg beim Bottwartal-Marathon 2018 folgte 2019 der erste Platz in Dresden, und nun vor einigen Wochen belegte sie den vierten Platz beim Marathon in München. Unter knapp 11000 Startern lief sie bei den Frauen in 2:50,22 Stunden in neuer Bestzeit als Vierte durchs Ziel. „Ein Marathon entscheidet sich im Kopf. Mir macht es einfach Spaß, auch wenn es spätestens ab Kilometer 39 richtig wehtut“, sagt Klotz.

Richtig angefangen mit der Wettkampfkarriere hat alles im Fitnessstudio in Markgröningen. Der Betreiber suchte Teilnehmer für den Bottwartal-Marathon, da meldete sich Klotz. „Mir wurde gesagt, ich solle einmal Marathon laufen, dann hat man Blut geleckt. Genauso war es.“ Auch schon als Fußballerin beim FV Löchgau und TSV Crailsheim war die bei der Stadt Leonberg angestellte Beamtin ambitioniert und ehrgeizig. Beim Laufen ist es nicht anders. Erst trat sie mit dem Ziel an, unter 4 Stunden zu laufen, dann wurden es 3:30 Stunden. „Wenn ich Sport mache, möchte ich immer das Beste herausholen.“

Das zweite Hobby ist zum Leistungssport geworden

Nach und nach professionalisierte sich die Markgröningerin. Mittlerweile betreibt sie ihr Hobby als Leistungssport. Fast täglich ist sie zum Intervalltraining oder Dauerlauf in der Umgebung ihrer Heimatstadt anzutreffen. 80 bis 110 Kilometer sind ihr durchschnittliches Pensum pro Woche. Dazu kommt Krafttraining.

Dass bei so langen Distanzen ein großer Zeitaufwand nötig ist, stört Klotz nicht. „Die Zeit nutze ich für mich selbst, um den Kopf frei zu bekommen. Das tut mir gut.“ Spott von Freunden bleibt dabei trotzdem nicht aus: „Ich wurde schon öfter gefragt, ob ich nicht wüsste, dass es zur Fortbewegung Autos gibt.“ Begleitet wird ihr Training vom medizinischen Trainingszentrum Ortema durch Trainingspläne, Leistungsdiagnostik und medizinische Betreuung.

Eine Rechnung offen hat die ehemalige Fußballerin noch mit dem Berlin Marathon. 2019 ergatterte sie sich eine der begehrten Startnummern. Doch ein Virus kam dazwischen, die Zeit ging in die Hose. „Ich würde das gerne noch mal machen, um es genießen zu können“, sagt Klotz. Auch andere Klassiker wie Frankfurt, New York oder Boston würde die Läuferin reizen. „Es macht mir unheimlich Spaß und ich nehme es mit, wie es kommt.“

Nur die großen Läufe der Region sind Pflicht, auch wenn die Distanzen kürzer sind: „Ludwigsburger Citylauf, Bietigheimer Silvesterlauf, da bin ich immer am Start.“

Autor: