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Pferdemarkt-Reitturnier
Springreiter Timo Beck zeigt im Ellental Klasse

Auf dem Weg zum Sieg: Timo Beck setzt sich in der Siegerrunde des Großen Preises auf Mirabel gegen die Konkurrenz durch. Foto: Baumann
Auf dem Weg zum Sieg: Timo Beck setzt sich in der Siegerrunde des Großen Preises auf Mirabel gegen die Konkurrenz durch. Foto: Baumann
Das „sprichwörtliche Knistern“, auf das Klaus Dieterich, der Präsident des Reitervereins Bietigheim-Bissingen gehofft hatte, lag tatsächlich über dem Turnierplatz im Ellental, als Timo Beck als letzter Reiter in die Siegerrunde startete. Und seine zehnjährige Stute Mirabel zeigte sich beim Drei-Sterne-Springen tatsächlich „von ihrer besten Seite“.

Bietigheim-Bissingen. Null Fehler im ersten Umlauf, null Fehler im zweiten Durchgang der besten acht von 24 Reitern – Timo Beck vom Pforzheimer Reiterverein musste nicht nur sauber, sondern auch schnell reiten. „Ich habe alles riskiert, denn Fräulein Gut war ja wie immer sehr schnell.“

Lea Sophia Gut (RV Sulmingen) hatte als vorletzte Reiterin zwei fehlerfreie Ritte und in der Siegerrunde eine Zeit von 38,75 Sekunden vorgelegt. Der 45-jährige Beck spielte seine ganze Routine aus und dirigierte seine Mirabel in 37,06 Sekunden durch den Parcour. „So sehen Sieger aus“, dröhnte es aus den Lautsprecherboxen. Die zahlreicher Besucher belohnten das Paar mit donnerndem Applaus. Platz 3 sicherten sich gemeinsam Günter Treiber (RV Eppelheim/Curtis) und Markus Kölz (PSV Burkhardshof/Dornadello), die bei jeweils vier Fehlerpunkten exakt dieselbe Zeit (38,26) aufzuweisen hatten.

Freude über Rekordbesuch

„Der Sieg war extrem wichtig, weil die Stute im BW-Springen am Samstag nicht so gut gesprungen ist“, ordnete Beck seinen zweiten Erfolg an der Enz ein. Seinen ersten Triumph beim Großen Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen kann er sich gut merken: Das Jahr 2000 macht es ihm leicht. Schon so lange ist der bescheidene Reitersmann Stammgast im Ellental. Mit ihm freute sich RV-Chef Klaus Dieterich: „Timo Beck ist sehr verbunden mit unserem Turnier.“ Der Siegerpreis konnte sich sehen lassen: der Pferdeanhänger kostet eine fünfstellige Summe. Mächtig stolz auf den Papa war Sohn Ben (7), für den im Moment allerdings noch Fußball an erster Stelle steht.

Oberbürgermeister Jürgen Kessing saß mit im Auto, als Timo Beck mit Hänger eine Ehrenrunde drehte. Der Oberbürgermeister schwärmte im Interview mit Roland Beck vom Reiterjournal TV: „Das ist Rekordbesuch für uns. Die Zuschauer stimmen mit den Füßen ab, wir werden überrannt.“ Er schätzt, dass das S***-Springen von 4000 bis 5000 Besuchern verfolgt wurde.

Rund 80 Reiterinnen und Reiter sowie 550 Nennungen – mit dieser Bilanz ist

Zufriedener Präsident

Klaus Dieterich, seit Mai auch Präsident des baden-württembergischen Pferdesportverbandes, hochzufrieden. Die Teilnehmerzahlen steigen wieder, nachdem „Corona auch an der Reiterei nicht spurlos vorübergegangen ist.“

Nach dem „Turnier letztes Jahr hinter Bauzäunen“ spürte Dieterich an den drei Tagen große Motivation bei den rund 140 Helferinnen und Helfern aus dem Verein. Und die Zuschauer hätten „Stadionatmosphäre“ entfacht.

Die zweitwichtigste Prüfung (Preisgeld 7000 Euro), das S**-Springen mit Stechen zur Qualifikation für das BW-Bank-Hallenchampionat am Samstag, hatte Sönke Aldinger (RSC Salzstetten) mit Marie-Luise vor dem Ilsfelder Jan Müller auf Ciricu gewonnen. Beim Zwei-Phasen-S**-Springen (Preisgeld 3000 Euro) triumphierten Günter Treiber und Cloudy Boy. Jan Müller führte gestern seinen Charly Champion im S*-Springen mit Stechen fehlerlos und zügig durch den Parcour.