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Pferdesport

Theodorescu will dicht an den Dressurreitern dran sein

Monica Theodorescu ist als Referentin der Lehrserie „Die Alten Meister“ zu Gast in Ludwigsburg. 700 Besucher kommen in die Reithalle des RV Monrepos.

Sabine Klenk, die Betriebsleiterin des RV Monrepos und Bundestrainerin Monica Theodorescu posieren mit Black Jack.Foto: Baumann
Sabine Klenk, die Betriebsleiterin des RV Monrepos und Bundestrainerin Monica Theodorescu posieren mit Black Jack. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Nach fünfstündiger Autofahrt von Warendorf nach Ludwigsburg lässt sich die Bundestrainerin Saitenwurst und Weck mit viel Senf schmecken. Monica Theodorescu sitzt häufig am Steuer, um ganz dicht an den besten deutschen Dressurreiterinnen und -reitern dran zu sein. Um ihnen Anregungen und Tipps zu geben, kleine Korrekturen anzubringen, wenn nötig, und alles dafür zu tun, dass Deutschland seine Spitzenposition in der Welt behauptet.

Ihr erstmaliger Besuch am Dienstag beim Reit- und Fahrverein Ludwigsburg Monrepos hängt allerdings weniger mit den Stars der Szene zusammen. Vielmehr ist sie Referentin der renommierten Lehrserie „Die Alten Meister“, die Organisatorin Elke Schmid zum dritten Mal ans Seeschloss geholt hat. 700 Besucher lauschen in der Reithalle Fachvorträgen über Sattelanpassung und die Wirkungsweise von Pferdegebissen.

Reiten als Familientradition

Und sie erleben die Bundestrainerin bei Trainingslektionen im Viereck mit Alba Böck und Dolcetto (RV Monrepos), Annika Gutjahr und Sunny Girl (Steinheim-Höpfigheim) sowie der Betriebsleiterin und -Trainerin des RV Monrepos Sabine Klenk auf Black Jack.

Monica Theodorescu setzt die Tradition ihres aus Rumänien stammenden Vaters George Theodorescu fort, eines Pferdekenners par excellence, der als alter Meister ebenfalls Vorträge im Rahmen der Lehrserie gehalten hat. Das „unglaubliche Händchen für Pferde“, wie es Veranstalter Frank R. Henning formuliert, hat die Bundestrainerin vom Vater geerbt. Ebenso den ausgeprägten sportlichen Ehrgeiz, der sich in Goldmedaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften niedergeschlagen hat.

Mit Leib und Seele lebt sie auch den Trainerberuf. „Das Amt des Bundestrainers setzt voraus, dass man das ernst nimmt. Es ist eine hohe Verantwortung“, betont die 56-Jährige ihren Respekt. „Man muss sich im Klaren darüber sein, dass man von 50 Wochenenden 30 unterwegs ist und dass man nicht sechs Wochen Urlaub im Jahr hat.“

Bei den Turnieren in München, Wiesbaden, Balve (DM) und Aachen werden in den kommenden Wochen die Weichen für die Europameisterschaft (19. bis 25. August in Rotterdam) gestellt. Neu beweisen müssen sich auch die Mannschaftsweltmeister um die sechsfache Olympiasiegerin Isabell Werth, Dorothee Schneider, Jessica von Bredow-Werndl und Sönke Rothenberger.

Deutsche Equipe auf Topniveau

„Das ist kein geschlossener Verein“, bekräftigt Theodorescu, „das beginnt jedes Jahr von vorn. Es kommt darauf an, wie fit die Pferde sind. So was kann sich leider schnell ändern.“ Hinter dem WM-Quartett befinden sich Helen Langehanenberg, Ingrid Klimke und Benjamin von Bredow-Werndl in Lauerstellung. Theodorescu: „Je mehr Pferde und Reiter auf Top-Niveau – das macht unsere Stärke aus.“ So bleibt die deutsche Equipe tonangebend und kann „mit Medaillen die finanziellen Mittel für die weitere Förderung des Reitsports erschließen“.

Früh schon sitzt Monica Theodorescu gestern wieder am Steuer. Zwei wichtige Termine warten in Warendorf: „Erst eine Trainingseinheit und dann werden am Auto endlich meine Sommerreifen montiert.“

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