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Volleyball

Von Ludwigsburg nach Kalifornien

Die Volleyballerin Emily Günter vom MTV Ludwigsburg hat ein Sportstipendium in Los Angeles erhalten. Ab August schlägt die 19-Jährige für das Irvine Valley College auf und hofft auf Angebote von größeren Unis in den Vereinigten Staaten.

Wagt den Sprung in die USA: Emily Günter (links) vom MTV Ludwigsburg (hier noch im Trikot des MTV Stuttgart). Foto: Eibner
Wagt den Sprung in die USA: Emily Günter (links) vom MTV Ludwigsburg (hier noch im Trikot des MTV Stuttgart). Foto: Eibner

Ludwigsburg. Wenn alles gut geht, wird Emily Günter am 1. August in den Flieger steigen und in die USA aufbrechen. Die Volleyballerin des MTV Ludwigsburg hat ein Sportstipendium für ein College in Los Angeles erhalten und wird dort, sollte die Coronakrise nicht die Pläne über den Haufen werfen, in den nächsten zwei Jahren am Irvine Valley College studieren. „Ich hoffe, dass alles gut läuft“, gibt sich die 19-Jährige noch optimistisch. Derzeit würden allerdings alle Kurse online stattfinden. Zumindest einen sportlichen Plan.B hätte sie in der Hinterhand. „Ich denke, dass mich der MTV sonst noch mal aufnehmen würde“, sagt sie. 2019 wechselte Günter vom Stützpunkt des Allianz MTV Stuttgart nach Ludwigsburg, wo bereits ihr Bruder Marc spielte.

Über eine Agentur ist die Murrhardterin Günter nun an ihren College-Platz im Süden Kaliforniens gekommen. Eine Freundin von ihr spiele bereits seit zwei Jahren in den USA am College Volleyball. „Sie hat erzählt, wie es dort läuft, und das hat mich angemacht“, berichtet Günter. Mit einem Betreuer habe sie Videos gedreht, Informationen über sich selbst zusammengeschrieben und Trainer in den USA kontaktiert. „Mit den Coaches in LA hat es gepasst“, sagt die 1,79 Meter große Außenangreiferin und Diagonalspielerin. In Los Angeles wird sie zusammen mit einer Malaysierin und einer Hawaiianerin in einem Appartement direkt neben dem College wohnen.

Was genau sie in den Vereinigten Staaten erwarten wird, weiß Günter in sportlicher Hinsicht noch nicht. Sie vergleicht das Niveau am Junior College mit dem der dritten oder der Regionalliga in Deutschland. „Aber einschätzen kann ich es aus der Ferne nicht. Ich muss mich auch selbst überraschen lassen.“ Schlaugemacht hat sie sich aber dennoch. „Der Sport wird dort ganz anders wertgeschätzt. Uni und Training sind sehr gut miteinander vereinbar. Alles wird ein bisschen größer aufgezogen“, sagt Günter. Wohl auch deshalb antwortet sie auf die Frage, ob in ihrem Gepäck die sportlichen oder die akademischen Ziele mehr Raum einnehmen: „Ich würde sagen, die sportlichen“, relativiert aber gleich, „dass Schule schon auch echt wichtig ist“. Schließlich könne es vorkommen, dass Trainer die Teilnahme am Training untersagen, sollten die akademischen Leistungen nicht stimmen. Die Kurse am College seien zudem im ersten Jahr noch sehr allgemein, so dass man sich erst im zweiten Jahr spezialisieren müsse.

Wechsel an andere Uni nach zwei Jahren

Vier Jahre plant Günter in den USA zu verbringen. Nach zwei Jahren muss sie das Junior College verlassen und an eine andere Universität wechseln, die eine insgesamt vierjährige Ausbildung anbietet. Dort möchte Günter ihre letzten zwei Unijahre absolvieren. „Ziel ist es, dass die Coaches einen bis dahin entdecken und man Angebote von höheren Unis bekommt“, sagt Günter. „Es gibt richtig gute Unis, die man sicher mit der ersten Liga hier in Deutschland vergleichen kann.“

Nach ihren vier Jahren in den USA plant sie, wieder nach Deutschland zurückzukehren. „Viele, die die Uni in den USA fertig machen, kommen nach Europa, um Volleyball zu spielen. Es gibt schon echt gute Spieler, die aus Amerika kommen“, sagt Günter, die in den USA sowohl Hallen- als auch Beachvolleyball spielen wird.

Trotz aller Vorfreude: Ein leicht mulmiges Gefühl hat Günter dennoch, Familie und Freunde in Deutschland zurückzulassen. „Ich bin jetzt schon nervös, wenn ich daran denke“, sagt sie. „Aber die Freude ist tatsächlich größer.“

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