Logo

1. TC Ludwigsburg

Trotz personeller Sorgen kein Wehklagen beim Titelverteidiger

Große personelle Sorgen trüben die Stimmung der Standardformation des 1. TC Ludwigsburg vor der deutschen Meisterschaft in Braunschweig. Angesichts Krankheit und Verletzungen ist es höchst fraglich, ob der TCL seinen Titel verteidigen kann.

Sergej Esau, der neue Kapitän, Pierre Kienzle und Nils-Arne Herold sind die drei Männer, die die Bundesligarunde zu Beginn des Jahres bestritten haben. Das Trainerehepaar Norman und Dagmar Beck musste also fünf neue Tänzer ins Team integrieren.

Bei den Damen sind es sogar sechs Sportlerinnen, die die Choreografie „Kontraste“ neu zu verinnerlichen hatten. Im Wettkampfmodus blieben nur Maria Novikova und Giulia Edel, in der vergangenen Saison mit Medaillen in allen drei Farben dekoriert: Gold bei der Deutschen in Bremen, Silber bei der EM in Sotschi (Russland), Bronze bei der WM in Braunschweig. Zudem gelang mit Platz 1 in der Bundesliga die frühzeitige Qualifikation für die Weltmeisterschaft am 24. November in Pecs (Ungarn).

Es war eine überaus erfolgreiche Saison 2017/18 des 1. TCL, doch das Ausscheiden der Kapitäne Dominik Kirchniawy und Olga Woltschanskaja brachte im Sommer die personellen Planungen mächtig ins Stocken. Weitere Abgänge kosteten beträchtliches Erfahrungspotenzial. Alle Teammitglieder schalteten sich in die Suche nach Neuzugängen ein. „Die Tänzer sind untereinander gut vernetzt“, schilderte Trainer Beck die „konzertierte Aktion“, die dazu führte, dass der TCL erneut mit acht Paaren antreten kann. Es schmerzte Beck aber kolossal, dass er das neue Projekt („Musik und Choreografie – alles war fix und fertig“) abblasen und zum vierten Mal „Kontraste“ einstudieren musste. Ein „ungewöhnlich hoher Krankenstand“ (Beck) erschwerte die Arbeit im Trainingslager in Bartholomä. Thorsten Stolze plagt sich mit einer Muskelverhärtung herum und fehlte beim Abschlusstraining am Donnerstag. Gehandicapt ist auch Pierre Kienzle, der wegen Krankheit schon seit 14 Tagen pausieren muss, aber in Braunschweig antreten will. Kurzfristig besetzten die Trainer zwei Paare um. An die Seite des geschwächten Kienzle rückt wieder Giulia Edel. Die in dieser Woche reaktivierte Melissa Schenk soll sich an der Seite von Daniel Kanchev als stabilisierende Kraft einbringen. Konditionell wird die 19-Jährige, für die seit einem Jahr das Studium Priorität genießt, einen Kraftakt leisten müssen. Auf der Ersatzbank nimmt Béla Swoboda Platz.

Heute reist die Crew mit ihren Kolleginnen und Kollegen von der Lateinformation gemeinsam im Bus nach Braunschweig. Trainer Norman Beck verfällt nicht in Wehklagen, sondern gibt die Parole aus: „Jetzt erst recht, jeder muss beißen.“ Ins gleiche Horn stößt die 20-jährige Maria Novikova: „Nur mit Blut, Schweiß und Tränen kriegt man den Erfolg, den man möchte.“ (ewa)