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Champions League

BVB-Dusel vertreibt Frust - Reizthema Götze

Der BVB kann in der Champions League doch noch gewinnen. Das späte Duseltor von Christian Pulisic zum 1:0 in Brügge bescherte das lange vermisste Erfolgserlebnis. Doch nicht alle waren wunschlos glücklich.

Mario Götze
War mit seinem Startelf-Debüt nicht zufrieden: Mario Götze. Foto: Bernd Thissen

Brügge (dpa) - Wirklich erleichtert schien Mario Götze nicht. Obwohl seine Verbannung auf die Ersatzbank von Borussia Dortmund beim 1:0 (0:0)-Duselsieg in Brügge vorerst ein Ende nahm, geriet der Weltmeister von 2014 ins Grübeln.

«Ich habe nicht mein bestes Spiel gemacht. Aber das können wir uns alle ankreiden», kommentierte der zuletzt von Trainer Lucien Favre verschmähte Edeltechniker seinen ersten Startelf-Einsatz seit Wochen und verwies auf die phasenweise unansehnliche Vorstellung der gesamten Mannschaft.

Auch das Comeback des zuletzt in drei Bundesliga-Partien nicht eingesetzten Götze konnte das schon zuletzt dröge Offensivspiel seines Teams nicht beleben. Folgerichtig reagierte Fußball-Lehrer Favre in der 62. Minute mit der Auswechslung des Spielmachers. Worte der Kritik kamen Götze jedoch nicht über die Lippen. Gleichwohl machte er aus seinem Wunsch keinen Hehl: «Mein Anspruch ist, immer zu spielen - auch 90 Minuten. Dazu habe ich zuviel erlebt und zu viel Erfolg gehabt.»

Verunsichert fühlt sich der 26-Jährige nach eigener Einschätzung trotz der jüngsten unliebsamen Erfahrung als prominenter Reservist nicht: «Das Vertrauen in mich selbst wird immer da sein, das wird nicht weggehen.»

BVB-Kapitän Marco Reus warb zum wiederholten Mal für einen unaufgeregteren Umgang mit seinem Kumpel: «Egal, ob wir gewonnen oder verloren haben, dreht sich trotzdem immer alles um Mario. Deshalb lautet mein Appell: Lass ihn einfach mal kicken.» Der Nationalspieler warb um Geduld: «Er besitzt großartige Fähigkeiten. Die werden wir in dieser Saison auf jeden Fall noch von ihm sehen.»

Wohl auch um die Diskussion um Götze nicht weiter anzuheizen, verweigerte Favre eine öffentliche Bewertung seiner Leistung. Deutlicher wurde der Schweizer jedoch bei der Analyse der Partie. «Zu wenig Bewegung, nicht die richtigen Laufwege und zu wenig Torchancen», monierte er trotz des Sieges. Grüblerisch fügte Favre an: «Ich habe gesehen, wie schwer es uns fällt, den Gegner zu destabilisieren. Wir müssen mehr ins Risiko gehen und nicht nur Pässe, Pässe, Pässe spielen.»

Obwohl der Coach als Befürworter des Ballbesitzfußballs gilt, bereitet auch ihm das ideenlose und tempoarme Offensivspiel seiner Mannschaft derzeit nur bedingt Freude. Wie schon in Hannover (0:0) und gegen Frankfurt (3:1) mangelte es auch im Duell mit dem vermeintlich leichtesten Gruppengegner an Durchschlagskraft. «Wir sind noch nicht da, wo wir uns sehen, müssen mehr in die torgefährlichen Räume stoßen und uns mehr zutrauen», sagte Nationalspieler Marco Reus, «aber ich nehme in diesem Fall gerne den dreckigen Sieg, weil es wichtig ist, den ersten Spieltag mit einem guten Ergebnis zu beenden.»

Im Heimspiel gegen AS Monaco in zwei Wochen und in den folgenden beiden Partien gegen Atletico Madrid dürfte eine solche Leistung jedoch nicht genügen. Ähnlich sah es Roman Bürki, er attestierte dem Team aber Fortschritte. «Im letzten Jahr hätten wir eine solche Partie nicht gewonnen. Das ist schon mal viel wert», sagte der Torhüter mit Bezug auf das blamable Gruppen-Aus in der vergangenen Saison ohne Sieg.

Wie schon im Duell mit Frankfurt vier Tage zuvor bewies Favre auch in Brügge bei seiner Einwechslung ein gutes Händchen. Der nach überstandener Muskelverletzung erst spät in die Partie gekommene Christian Pulisic bescherte der Borussia den ersten Sieg in der Königsklasse seit 18 Monaten und zuvor acht erfolglosen Spielen. Der Abwehrversuch von Matej Mitrovic traf den US-Nationalspieler - und der Ball senkte sich ins Tor. Mit verschmitztem Lächeln beschrieb der nun 20 Jahre alte Pulisic den kuriosen Siegtreffer: «Das war ein bisschen lucky. Es war ein Super-Tag für mich: mein Geburtstag, ein Tor zu machen und das Spiel zu gewinnen.»

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