1. Startseite
  2. Sport
Logo

Basketball
NBA-Legende James noch mal auf Titeljagd - Trump ätzt

LeBron James
James jagt seinen fünften Meistertitel. (Archivbild) Foto: Nate Billings
LeBron James
Auch eine Rückkehr nach Cleveland stand lange im Raum. (Archivbild) Foto: Frank Gunn
Jetzt ist es raus: LeBron James möchte mit Philadelphia noch einen Titel holen. Der US-Präsident attackiert den Superstar, doch den dürfte vor allem der Vergleich mit Michael Jordan interessieren.

Philadelphia/Washington. Wer ist der beste Basketballspieler der Geschichte? Michael Jordan oder LeBron James? Auch US-Präsident Donald Trump hat eine Meinung zu der Debatte, die unter Fans seit Jahren hitzig geführt wird. «Ich würde sagen: Michael Jordan, ohne Frage», sagte der 80-Jährige im Weißen Haus, nutzte die Gelegenheit aber vor allem, um gegen James zu ätzen.

«Vielleicht ist er ein Rassist, aber vielleicht mag er Trump auch einfach nicht. Ich weiß es nicht. Ich mag nur Leute, die mich mögen», so Trump. Die beiden sind sich schon länger spinnefeind. Jordan dagegen sei «ein Freund von mir», wenn man Trump glauben mag.

US-Präsident Donald Trump
Trump äußerte sich über James und Jordan. Foto: Rod Lamkey

Auch unter den wirklichen Experten für die beste Basketball-Liga der Welt und ihren Fans gibt es immer noch viele, die Jordans Thron für unantastbar halten. Doch jetzt unternimmt James einen letzten Versuch, weitere Argumente für sich zu sammeln.

James will Jordan bei den Meisterschaften einholen

Nach monatelangen Spekulationen verkündete der 41-Jährige sein nächstes Team. «Ich bin überzeugt, dass ich dazu beitragen kann, die Philadelphia 76ers zu einem Meisterteam zu machen, und ich freue mich riesig darauf, eine neue Fangemeinde zu begeistern und diese unglaubliche Reise ein letztes Mal zu beginnen», teilte James in den sozialen Medien mit.

Der Ausnahmeathlet will am Ende seiner Karriere als der «GOAT» (greatest of all time) angesehen werden, als der beste Spieler aller Zeiten. Auch wenn es zahlreiche andere herausragende Spieler gab und gibt: In der Regel läuft es auf ein Duell zwischen James-Fans und Jordan-Jüngern hinaus. Mit weiteren Rekorden wird James letztere kaum überzeugen können. Der Superstar hat inzwischen nicht nur die mit Abstand meisten Punkte der NBA-Historie, sondern auch die meisten Partien der Geschichte der Liga. 

Doch bei den gewonnenen Meisterschaften steht er bei vier. Jordan gewann den Titel mit den Chicago Bulls in den 1990er-Jahren sechsmal. «Count the rings», zähl die Meisterschaftsringe, ist in sozialen Medien ein beliebtes Argument für MJ.

Die beste Startaufstellung der NBA?

Auch mit 41 Jahren ist James noch einer der besten 20 Spieler der Liga. Ganz allein, wie mit Anfang 30, macht er ein Team aber nicht mehr zum Titelkandidaten. Doch in Center Joel Embiid, den jungen Guards Tyrese Maxey und VJ Edgecombe sowie Neuzugang Jaylen Brown hat der Superstar bei den Sixers reichlich Unterstützung. «Ist das die beste Starting Five der NBA auf dem Papier?», fragte Experte Zach Lowe im «The Bill Simmons Podcast».

LeBron James und Joel Embiid
James und Embiid (beide Mitte) sind jetzt Teamkollegen. (Archivbild) Foto: Matt Slocum

Die extreme Verletzungsanfälligkeit von Embiid macht Voraussagen in die Richtung schwierig, aber trotzdem zählen die Sixers bei den Wettbüros jetzt neben Titelverteidiger New York, San Antonio und Oklahoma City zu den Favoriten auf die Meisterschaft. 

«Ich will immer noch Opfer bringen. Ich will immer noch arbeiten. Ich will immer noch hart an mir arbeiten. Ich will immer noch antreten, gewinnen und die Chance haben, das Gefühl des Sieges zu erleben», schrieb James. «Ich gehe nicht wegen des Geldes. Ich gehe nicht wegen meiner Familie.»

So könnte James Charles Barkley überzeugen

Einen Zweijahresvertrag über acht Millionen Dollar soll James laut Medienberichten unterschrieben haben, das sogenannte Mindestgehalt in der Liga. Die Entscheidung für Philadelphia, die James selbst als die letzte Station in seiner Karriere bezeichnete, kam durchaus überraschend. Andere Optionen erschienen wahrscheinlicher, nachdem er seinen Abschied von den Los Angeles Lakers angekündigt hatte.

Bei Golden State hätte er mit seinem Kumpel Steph Curry spielen können und wäre näher an seiner Familie geblieben. Eine erneute Rückkehr in seine Heimat Cleveland wäre emotional gewesen. Auch Miami wäre nicht nur wegen des besseren Wetters eine Option gewesen.

LeBron James und Joel Embiid
Holen sie den Titel nach Philadelphia? LeBron James (l) und Joel Embiid. (Archivbild) Foto: Matt Slocum

Doch James entschied sich für die sportlich ambitionierteste Aufgabe. «Sie müssen zumindest ins Finale kommen», sagte NBA-Legende Charles Barkley, der selbst in Philadelphia und gegen Michael Jordan spielte, und äußerte sich auch zur «GOAT»-Frage.

«Wenn er zwei Meisterschaften hintereinander gewinnt und mit 44 oder 45 Jahren aus dem Sport ausscheidet, werde ich etwas sagen, was ich noch nie zuvor gesagt habe. Ich glaube, ich habe gerade den größten Basketballspieler aller Zeiten gesehen», meinte der 63-Jährige. Ob das auch die Meinung des US-Präsidenten ändern würde, ist eher unwahrscheinlich.

© dpa-infocom, dpa:260725-930-436155/2