Logo

Der Ball ist nicht sofort der beste Freund

Fußball-Landesligisten kehren nach über einem halben Jahr Zwangspause teilweise mit Anlaufschwierigkeiten ins Training zurück

Eugenio Del Genio kehrt zu seinem Ausbildungsverein FV Löchgau zurück. Foto: Baumann
Eugenio Del Genio kehrt zu seinem Ausbildungsverein FV Löchgau zurück. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Wieder im Training sind nach mehr als halbjähriger Corona-Auszeit die vier Fußball-Landesligisten aus dem Kreis. „Dass der eine oder andere auf der faulen Haut lag, merkt man schon“, erzählt Trainer Andreas Eschenbach von Germania Bietigheim. „Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt“, sagt Daniel Zmpitas vom TV Pflugfelden.

In der zweiten Juniwoche bat Coach Zmpitas sein Team zum Aufgalopp. „In der ersten Einheit war der Ball noch nicht wieder für jeden der beste Freund, inzwischen sind wir aber voll drin, auch wenn man mit der Belastungssteuerung vorsichtig sein muss“, berichtet er von zurückkehrender Normalität. „Wir sind aktuell schon im Übergang zu drei Trainingseinheiten in der Woche“, sagt sein Löchgauer Pendant Thomas Herbst, der beim Auftakt zunächst noch einen Mix aus altem und neuem Kader auf dem Platz vorfand. Mit freiwilligem Training startete der SV Kornwestheim Anfang Juni. „Inzwischen herrscht aber Vollbetrieb. Es ist jetzt eigentlich wie früher“, ergänzt Trainer Sascha Becker. Gefragt, ob man als Verein den Spielern Impfungen nahegelegt habe, verneinen alle Coaches: „Das wäre mir ein viel zu weitgehender Eingriff“, sagt Becker stellvertretend. Vier Wochen bleiben ihnen, bis am 24. Juli die erste Pokalrunde ansteht.

In den Kadern hat sich einiges getan. Beim TVP setzt man traditionell auf Talente und hat das Team mit sieben bisherigen A-Junioren weiter verjüngt. Neben vier Spielern aus der eigenen Jugend stießen Keeper Tayyip Demirtas (FVLöchgauU19), Linksverteidiger Henry Stahl und Mittelfeldspieler Dennis Chrivi (beide SGV Freiberg U19) hinzu. Nicht mehr dabei sind der langjährige Kapitän Robin Härter, der dem TVP als Athletikcoach erhalten bleibt, Mevlam Abidonvski sowie der pausierende Dennis Shala. „Unser Altersschnitt liegt bei 22,1 Jahren. Wir werden sicher auch mal Lehrgeld bezahlen müssen“, ist sich Zmpitas bewusst.

Gestandenere Neuzugänge vermeldet Germania Bietigheim. Zuvorderst ist der 38-jährige Ali Parhizi zu nennen. Der zentrale Mittelfeldspieler, der Profi-Erfahrung auf Zypern und in Polen sammelte, kommt von Verbandsligist Calcio Echterdingen. Auch Ex-Löchgauer Kai Irrgang (SV Schluchtern) dürfte der Germania mit seinem starken linken Fuß sofort weiterhelfen. Ex-07er Fisnik Rama (zuletzt Rutesheim), Keeper Dennis Vorbusch (TSV Asperg) und Jonas Widmann (Löchgau U19) komplettieren die Neuen. Dem stehen jedoch mit Marc Agyemang, Niko Tsiolakidis (Croatia Bietigheim), Salvatore Veneziano (TASV Hessigheim) und drei weiteren Akteuren auch einige Abgänge gegenüber.

Mit jeweils acht Ab- und Zugängen herrschte beim FV Löchgau die höchste Fluktuation. Bekannteste Neue sind Eugenio Del Genio (VfB Neckarrems), der zu seinem Ausbildungsverein zurückkehrt, und Emanuel Apler (TSV Heimerdingen). Erfahrung im Aktivenbereich weisen auch Tim Falk (Friedrichshaller SV) und Daniel Däschner (FC Nöttingen II) auf. Vier Talente aus der Jugend zog man zudem hoch. Verloren hat man mit Terry Asare (1. CfR Pforzheim), Pascal Haug (Karriereende), Marco Knittel und Jannik Wieland jedoch auch Qualität.

„Noch die Augen auf“, so Coach Becker, hält man in Kornwestheim. Hier sind neben einigen Ergänzungsspielern auch Luka Milenkovic (Neckarrems) und Abnour Chettibi (Heimerdingen) gegangen. Hinzugewonnen hat man den landesligaerfahrenen Defensivspieler Maxim Schaffert (TV Oeffingen) sowie mit Hendrik Koros (Heimerdingen), Danny Schima, Henos Burgess (beide TVP), Farzad Akbari (08 Bissingen) und Gloire Sunda vor allem junge Talente.

Autor: