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Goldjunge beim SV Rielinghausen

Kleinkaliber-Olympiasieger Michael Jakosits startet für den Schützenverein

Michael Jakosits.Foto: privat
Michael Jakosits. Foto: privat

Marbach. Die Disziplin „Laufende Scheibe“ stellt für Sportschützen eine ganz besondere Herausforderung dar. Es wird nämlich, im Gegensatz zu allen anderen Wettkampfformen, auf ein bewegliches Ziel geschossen. Beim SV Rielingshausen gibt es einige Kleinkalibergewehr-Spezialisten, die diese Variante so gut beherrschen, dass sie kürzlich von den deutschen Meisterschaften in München einen kompletten Medaillensatz mitbrachten (Gold, zweimal Silber, Bronze).

Wie Michael Jakosits (51), Oliver Wildner (55) und Thomas Göttl (52) beim SVR zusammenfanden und zum Erfolgstrio avancierten, ist keine alltägliche Geschichte. Der Murrer Göttl, schon lange Mitglied bei dem Verein im Brunnenhau, hat den gebürtigen Saarländer Jakosits in jungen Jahren im Kreis der Nationalmannschaft kennengelernt.

Bis vor zwei Jahren frönten sie ihrer Leidenschaft in den Farben eines Braunschweiger Vereins. Als dort die Sparte „Laufende Scheibe“ aufgelöst wurde, entwickelte Göttl die Idee, daheim in Rielingshausen ein Team auf die Beine zu stellen. Dafür überredete er mit Jakosits einen leibhaftigen Olympiasieger zum Wechsel nach Rielingshausen.

Fehlte nur noch der Dritte im Bunde. „Wir mussten Oliver Wildner aus dem Dornröschenschlaf erwecken“, bewies Göttl erneut den richtigen Riecher, als er seinen alten Spezi ansprach. Wildner (Hardthausen/Kreis Heilbronn), Göttl (Murr) und Jakosits (Hohenwarthe/Sachsen-Anhalt) reisten „mit minimalistischem Training“ zu den Titelkämpfen nach München.

Bei den Herren 3 (über 50 Jahre) ließ Jakosits, der Saarländer ungarischer Abstammung, mit 575 (von 600 möglichen) Ringen seine alte Klasse aufblitzen. Platz1 war dem Goldmedaillengewinner von 1992 in Barcelona und Europameister 1994 in Straßburg nicht zu nehmen. Wildner (537) als Vierter und Göttl (526) als Sechster trugen dazu bei, dass es für den SV Rielingshausen in der Mannschaftswertung Silber gab. Auf eine Distanz von 50 Metern mussten 30 Schuss auf die langsame Scheibe und 30 Schuss auf das Ziel im Schnelllauf abgefeuert werden.

In der offenen Klasse, in der junge Spunde und alte Hasen in einen Topf geworfen werden, haben die Schützen eine besonders schwierige Aufgabenstellung zu bewältigen. Zwei Durchgänge mit je 20 Schuss stehen auf dem Programm. Die Geschwindigkeit der Scheibe variiert: Langsam und schnell wechseln in beliebiger Folge, zudem bewegt sich das Ziel mal von links, mal von rechts ins Visier. Reaktionsschnelligkeit ist gefragt.

Jakosits Ausbeute: 379 Ringe und Platz 2. Zusammen mit Wildner und Göttl reichte es zu Bronze in der Mannschaftswertung. „Der Schützenverein Rielingshausen ist sehr stolz“, bedankte sich Oberschützenmeister Ulrich Stickel, dessen Wunsch, dem Trio im Vereinsheim zu gratulieren, sich nicht auf die Schnelle realisieren lässt. Michael Jakosits wohnt und arbeitet im fernen Sachsen-Anhalt.

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