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Gewinneinbruch bei Wüstenrot&Württembergische

Überschuss des Finanzkonzerns sackt in den ersten drei Monaten auf 56,7 Millionen Euro ab

Das schwierige Marktumfeld belastet auch den Finanzkonzern Wüstenrot&Württembergische . Foto: Edith Geuppert/dpa
Das schwierige Marktumfeld belastet auch den Finanzkonzern Wüstenrot&Württembergische . Foto: Edith Geuppert/dpa

Ludwigsburg. Der Finanzkonzern Wüstenrot&Württembergische (W&W) hat im ersten Quartal einen Einbruch beim Überschuss zu verzeichnen. Er betrug 56,7 Millionen Euro nach 104,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen gestern mitteilte.

Hintergrund seien das schwächere Bewertungsergebnis aufgrund der Schwankungen an den Finanzmärkten sowie höhere Schäden aus den Stürmen im Winter gewesen. Das Unternehmen bekräftigte zugleich seine Prognose, wonach es im laufenden Jahr einen Überschuss von etwa 250 Millionen Euro anstrebt.

Wachsende Marktunsicherheiten

Vorstandschef Jürgen Junker sagte: „Nach dem außerordentlich erfolgreichen Geschäftsjahr 2021, in dem wir ein Rekordergebnis erreichen konnten, agiert die W&W-Gruppe jetzt in einem deutlich veränderten Umfeld. Steigende Inflationsraten, höhere Zinsen und wachsende Marktunsicherheiten, auch durch den Krieg in der Ukraine, stellen Unternehmen und Privatpersonen vor ganz neue Herausforderungen.“ Trotz aller Widrigkeiten gibt er sich vorsichtig zuversichtlich, „dass wir als W&W-Gruppe auch diese Phase erfolgreich durchsteuern werden“. Junker sieht W&W „stabil, nachhaltig, innovativ und wetterfest aufgestellt“.

Dies und die operative Stärke, die wir uns in den vergangenen Jahren erarbeitet haben, werden dafür sorgen, dass wir unseren Weg auch bei wachsenden Marktunsicherheiten erfolgreich weitergehen können.“ Dabei komme seiner Ansicht nach der schon früh eingeleitete Umbruch, der auch eine weitreichende Digitalisierung umfasst, dem Unternehmen in der gegenwärtigen Situation zugute.

Neugeschäft entwickelt sich positiv

Das Neugeschäft hat sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres positiv entwickelt. Vor allem die Bausparkasse Wüstenrot verzeichnete anziehende Geschäfte, weil der Wunsch nach einem Eigenheim oder einer eigenen Wohnung immer noch ungebrochen ist. So legte das Neugeschäft bei der Baufinanzierung um 13,3 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zu. Das Neugeschäft nach Brutto-Bausparsumme kletterte um 17 Prozent auf 3,48 Milliarden Euro, laut Unternehmen ein Wachstum deutlich über dem Marktniveau. Aktuell gibt es wieder verstärkt Interesse an Bausparverträgen, weil die Zinsen für die Finanzierung steigen. Auch die Immobilienaktivitäten der Wüstenrot Haus- und Städtebau und Wüstenrot Immobilien entwickelten sich laut Mitteilung anhaltend positiv.

Im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Bruttobeiträge um 7,4 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro an. Die Schaden-Kosten-Quote lag in diesem Bereich weiterhin bei sehr guten 85,9 Prozent (Vorjahreszeitraum: 76,6 Prozent). Weiterhin über den Erwartungen entwickelt sich das Wachstum der Digitalmarke Adam Riese, die mittlerweile mehr als 250000 Kundinnen und Kunden hat.

Bei der Personenversicherung sanken die Bruttobeiträge hingegen um 6,6 Prozent auf 609,7 Millionen Euro. Die Einmalbeiträge wurden bewusst zurückgefahren. Hintergrund ist die Erwartung, dass der Leitzins im Sommer von der EZB erhöht wird. Die Krankenversicherung konnte um fünf Prozent auf 75,8 Millionen Euro zulegen (Vorjahr: 72,2 Millionen Euro)

Unveränderte Prognose für gesamtes Jahr 2022.

Die W&W-Gruppe rechnet auch für den weiteren Jahresverlauf mit steigenden Marktunsicherheiten durch das fragile gesamtwirtschaftliche und politische Umfeld. Auf Basis der guten operativen Geschäftsentwicklung sowie der stabilen Aufstellung der W&W-Gruppe geht das Unternehmen jedoch für das Gesamtjahr 2022 unverändert von einem Konzernüberschuss in Höhe von rund 250 Millionen Euro aus.

Vorausgesetzt wird dabei, dass es zu keinen zusätzlichen Kapitalmarktverwerfungen, konjunkturellen Einbrüchen und unvorhergesehenen großen Schadensereignissen kommt, heißt es weiter. (red)