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Haus und Grund ringt um Verschmelzungsvertrag

Mitgliederversammlung abgesagt – Eigentümerverein Ludwigsburg prüft andere Wege für Fusion mit dem Freiberger Verein

Vorsitzender von Haus und Grund Ludwigsburg: Frank Rebholz. Foto: Ramona Theiss
Vorsitzender von Haus und Grund Ludwigsburg: Frank Rebholz. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg/Freiberg. Die Interessenvertretung der Immobilienbesitzer Haus und Grund (HuG) Ludwigsburg könnte schlagartig um 370 Mitglieder wachsen. Anlass ist die geplante Verschmelzung mit den Freibergern. Der Verein Haus und Grund Freiberg hat der Fusion bereits im Oktober zugestimmt. Am Samstag hätten die Ludwigsburger auf ihrer Mitgliederversammlung nachziehen sollen. Aber Corona machte einen Strich durch die Rechnung.

Zu dem Treffen in der MHP-Arena in Ludwigsburg wären deutlich mehr als 100 Besucher gekommen. Es war damit nicht zulässig und wurde abgesagt. „Wir prüfen gerade rechtlich auf welchem Weg wir eine positive Entscheidung zum Vorvertrag hinbekommen“, hofft der Vorsitzende von HuG, Frank Rebholz. Denkbar aber aufwendig und teuer wäre eine Briefwahl, bei der die Unterlagen an die rund 6500 Mitglieder verschickt werden müssten. Möglich könnte auch eine Onlinekonferenz sein. Das alles sollte noch dieses Jahr über die Bühne gehen, um die Vorarbeiten nicht zunichtezumachen.

Der geplante Zusammenschluss an sich sei „eine logische Konsequenz“, meint Rebholz. Denn die Freiberger hielten sich an die Rechtsanwaltskanzlei Hofstetter in Ludwigsburg und leisteten sich wegen der Größe keine eigenen Angestellten und keine Geschäftsstelle. „De facto lief die Beratung sowieso bereits in Ludwigsburg“, erklärt der Grünen-Kreisrat und frühere Polizeipräsident. Und Haus und Grund Ludwigsburg arbeite unter anderem ebenfalls mit diesem Anwaltsbüro und vier weiteren Advokaten zusammen. In den Geschäftsräumen der Hospitalstraße arbeiten drei Mitarbeiterinnen, die Geschäftsführerin und eine Rechtsanwältin in Teilzeit. Ihnen stehen Steuer- und Immobilienberater sowie Architekten zur Seite. Deshalb ist von Montag bis Donnerstag zu den üblichen Öffnungszeiten immer jemand erreichbar. Mit der Fusion könnte der Ludwigsburger Verein mit dann knapp 6900 Mitgliedern endgültig an Heilbronn vorbeiziehen und nach Stuttgart Rang zwei im Land einnehmen. Im Jahr gehen etwa 8000 telefonische Anfragen ein und 2000 persönliche, anwaltliche und fachspezifische Gespräche werden geführt.

Die Themen Wohnen, Vermieten und Bauen würden immer komplexer, politischer, hieß es. Täglich sei von neuen Richtlinien, geplanten Gesetzesänderungen und Steuerreformen, von Klimaschutz und Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu lesen. Hier müsse Haus und Grund auf dem Laufenden bleiben und reagieren können.

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