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USU mit deutlichem Umsatzplus

Möglinger Softwarehaus profitiert vom coronabedingten Digitalisierungstrend

Am USU-Stammsitz in Möglingen arbeiten 219 Menschen. Foto: USU/p
Am USU-Stammsitz in Möglingen arbeiten 219 Menschen. Foto: USU/p

Möglingen. In der Coronakrise treiben die meisten Firmen ihre Digitalisierung voran. Das gibt auch dem Möglinger Softwarehaus USU kräftig Schub. „Wir profitieren eindeutig vom derzeitigen Digitalisierungstrend“, sagte am Montag ein Unternehmenssprecher bei der Vorlage der Bilanzzahlen für die vergangenen neun Monate und das dritte Quartal. Gute Geschäfte mache USU mit der Softwareausstattung von Call- und Servicecenter. Kunden seien hier zum Beispiel die Badischen Versicherungen, die Invia-Gruppe, ein internationaler Anbieter von Reiseplattformen, oder das Landratsamt Ludwigsburg.

USU Software AG und ihre Tochtergesellschaften haben im dritten Quartal den Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr um gut acht Prozent auf 25,8 Millionen Euro gesteigert. Grund dafür sei ein sehr starkes Cloud- und Wartungsgeschäft“, teilte USU mit. So hätten sich die Wartungseinnahmen inklusive der Erlöse aus dem Software-as-aService (SaaS)-Geschäft im Vorjahresvergleich um 12,7 Prozent auf acht Millionen Euro erhöht. SaaS bedeutet, dass Kunden künftig keine Lizenzen mehr für eine Software kaufen, sondern direkt auf einen externen Rechner gehen, den beispielsweise USU bereitstellt. Heutzutage werde Software von den Unternehmen immer häufiger gemietet, als gekauft, berichtete der USU-Sprecher.

Infolge eines sehr hohen Anteils des SaaS-Geschäftes an den Neuabschlüssen und einigen coronabedingten Auftragsverschiebungen lag der Lizenzumsatz laut USU im Berichtsquartal mit 2,5 Millionen Euro um 39,5 Prozent unter dem sehr starken Vergleichswert des Vorjahres. Zugleich erhöhte USU die Beratungserlöse überdurchschnittlich um 20,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 15 Millionen Euro.

Mehr Mitarbeiter eingestellt

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen der USU-Gruppe sank der Mitteilung zufolge im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um knapp ein Drittel auf 2,2 Millionen Euro. Grund dafür seien die Veränderungen im SaaS-Geschäft, weil die Firmen die Software etwa über drei Jahre leasten und sie nicht mehr komplett kauften. Als eine weitere Ursache nennt USU steigende Personalkosten. Das Softwarehaus habe 735 Mitarbeiter beschäftigt, dies sind 33 mehr als im Vorjahresquartal. Nach wie vor suche USU Fachkräfte, sagte der Unternehmenssprecher.

Auf Sicht der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2020 steigerte die USU Software AG den Konzernumsatz um 13,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 77,9 Millionen Euro. Dabei profitierte USU primär vom Inlandgeschäft, welches um 16,7 Prozent auf 56,9 Millionen Euro zulegte. Aber auch das Auslandsgeschäft stieg mit einem Umsatzanteil von 21 Millionen Euro um 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Wie USU weiter mitteilte, erhöhte der Konzern das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Neun-Monatszeitraum 2020 um 80,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 5,2 Millionen Euro.

Für das laufende letzte Quartal 2020 erwartet der Vorstand ein Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorquartal und ein positives Ergebnis. Grund für die Prognose ist ein Rekordauftragsbestand, der im Berichtsquartal um 17,6 Prozent auf 60,4 Millionen Euro angewachsen ist. (red)