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3195 Kandidaten für 750 Ratssitze

Wenig Veränderungen bei den Listen in den 39 Städten und Gemeinden – Bisher weitgehend stabile Verhältnisse

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In den Kommunen werden am letzten Mai-Sonntag auch die Gemeinderäte gewählt, so auch die Bürgervertretung von Pleidelsheim. Foto: Archivfoto: Benjamin Stollenberg
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kreis ludwigsburg. Rund 750 Gemeinderäte werden am 25. Mai im Kreis Ludwigsburg gewählt. Wie viel genau es sein werden, zeigt sich erst nach Auszählung der Stimmen. Denn in jenen fünf Kommunen, die noch unechte Teilortswahl mit der Sitzgarantie für die einzelnen Ortsteile haben, können zusätzlich Ausgleichsitze anfallen, also in Marbach, Markgröningen, Oberstenfeld, Sachsenheim und Steinheim.

Auf jedes Mandat kommen im Durchschnitt gut vier Bewerber. In den 39 Städten und Gemeinden treten insgesamt 3195 Kandidaten an. Mit 345 Aspiranten auf einen Ratssessel haben die Ludwigsburger die größte Auswahl. Auch noch im dreistelligen Bereich liegt die Kandidatenzahl in Bietigheim-Bissingen (154), Vaihingen (151), Remseck (141), Ditzingen (140), Kornwestheim (135), Gerlingen (132), Freiberg (115), Marbach (111) und Korntal-Münchingen (107). Die geringste Zahl hat Walheim mit 18 Bewerbern.

Die meisten Kandidaten schicken die reinen Freien Wählervereinigungen ins Rennen: 679, gefolgt von CDU (672), SPD (635), Grünen (460), die sonstigen freien Listen (355), FDP (243), Linke (70), REP (40), Graue (30) und AfD (11). Die Christdemokraten treten nur in fünf Kommunen nicht an, die SPD in sechs und die FWV in drei. Die Grünen melden in 16 Städten und Gemeinden Fehlanzeige, die FDP sogar in 27. Die Linke zeigt nur in drei Kommunen Flagge, die AfD in zwei, Republikaner und Graue in je einer.

Nicht immer sind es lupenreine Parteilisten. So hat die CDU in vier Orten einen gemeinsamen Wahlvorschlag mit einer Wählervereinigung, die SPD in zwei, die Grünen in sechs. Selbst die FWV macht in fünf Kommunen gemeinsame Sache mit einer Partei.

Kommt es zu großen Verschiebungen in den Gemeinderäten? Jedenfalls herrschten bisher weitgehend stabile politische Verhältnisse in den Rathäusern des Landkreises. Das zeigte auch das Ergebnis der Kommunalwahl 2009: Nur 30 von insgesamt 757 Mandaten wanderten vor fünf Jahren in andere Lager, zehn Sitze fielen ganz weg.

Besonders in Vaihingen und Ditzingen schrumpften damals die Gremien: Vaihingen senkte die reguläre Sitzzahl von 32 auf 28, wodurch weniger Ausgleichsmandate entstanden als 2004. Ditzingen schaffte die unechte Teilortswahl ganz ab und machte gleichzeitig die Bürgervertretung kleiner.

Im Jahr 2009 fielen die Wanderungsbewegungen zwischen den Parteien und Gruppen etwas deutlicher aus als 2004. Vor zehn Jahren waren es nur sechs Mandate, die wechselten: Damals traten die politischen Lager auf der Stelle. 2009 mussten die Christdemokraten immerhin einen Verlust von 36 Ratsmitgliedern verkraften – bei vormals 242 Räten knapp 15 Prozent. Während sich die SPD weitgehend stabil hielt, verbuchten die Grünen ein Plus von 30 Prozent und die FDP einen Zuwachs von 25 Prozent. Bei den Wählervereinigungen kamen zusätzlich 1,7 Prozent an.

Keine großen Verschiebungen gibt es diesmal bei den Listen. Wenige fielen weg, wie die Frauenliste in Löchgau. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) tritt nirgends mehr an, die Republikaner streichen in Kornwestheim die Segel. Die Zahl der neuen Wahlvorschläge ist überschaubar: eine Aussiedler- und Migrantenliste in Remseck, in Marbach „Puls“ als eine Abspaltung der Grünen, die ABG in Schwieberdingen, „Miteinander“ in Ludwigsburg, die Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsenheim und Korntal-Münchingen. In Vaihingen tritt erstmals die Linke an.

Vor fünf Jahren gegründete Wählergruppen wie die Liste lebenswertes Tamm (LLT) und „Wir“ in Pleidelsheim stabilisierten sich und sind diesmal wieder mit von der Partei. Und auch die Frauenliste in Oberriexingen, die es allerdings schon längere Zeit gibt.