Ludwigsburg | 30. November 2016

Papageno macht reichlich Faxen

Mit seiner 1791 im Wiener Freihaustheater uraufgeführten Oper „Die Zauberflöte“ schuf Wolfgang Amadeus Mozart ein zeitloses Werk, das bis heute Musikliebhaber in aller Welt verzaubert. Das gilt auch für Kinder. Diesen Umstand nutzt die Tourneeoper Mannheim für ihre Zwecke: Die Mitarbeiter Tanja Hamleh und Klaus-Dieter Köhler haben frei nach Mozart die Kinderoper „Papageno und die Zauberflöte“ geschrieben. Dieses führten die beiden Opernsänger Nelly Palmer und Matthias Eschli gestern in der Georg-Hager-Schule auf, wo sie auf ein ebenso dankbares wie begeisterungsfähiges Publikum trafen.

Nelly Palmer alias Papagena im Kreise ihrer Papageni.
Nelly Palmer alias Papagena im Kreise ihrer Papageni.
Foto: Oliver Bürkle

Die Handlung der Zauberflöte wird in diesem Fall aus der Sicht von Papageno und Papagena geschildert. Sie erzählen ihren zahlreichen Papageni, bei denen es sich um in schmucke Vogelkostüme gekleidete Grundschüler handelt, wie sich Mami und Papi kennengelernt haben.

Dabei ist natürlich viel Musik im Spiel. Das Duo gibt die bekanntesten Arien und Duette aus der „Zauberflöte“ zum Besten. Etwa die berühmte Arie der furchteinflößenden Königin der Nacht oder „Der Vogelfänger bin ich ja“, das musikalische Leitmotiv von Papageno.

Auch die Schüler werden einbezogen. Im Unterricht haben sie im Vorfeld das Lied „Glockenspiel und Zauberflöte“ einstudiert, das sie in der Vorführung mehrfach gemeinsam mit den Profisängern anstimmen. In kurzen Theaterszenen geben die beiden Opernsänger die zentralen Stellen der Handlung wider. Dabei wird erwartungsgemäß Papageno schnell zum Publikumsliebling. Eschli spielt die merkwürdige Kreuzung aus Mensch und Vogel überzeugend und macht reichlich Faxen. Das ist ganz nach dem Geschmack der Kinder, die Papageno und Papagena förmlich an den Lippen hängen.

Papageno neigt zur Übertreibung. Dichtung und Wahrheit gehen nahtlos ineinander über, da der Vogelmensch seinen eigenen Anteil am Geschehen gerne in einem allzu positiven Licht darstellt. Glücklicherweise gibt es ja noch seine Gattin Papagena, die als Korrektiv wirkt und ihrem Liebsten, den sie immer wieder als „Tölpel“ und „Zaunkönig“ schilt, zur Not auch mal eine Maulschelle anlegt.

Palmer und Eschli verstehen es, die Handlung des Opern-Klassikers kindgerecht zu vermitteln, das fantasievolle Bühnenbild sowie bunte Kostüme und Requisiten der Kinder runden die die gelungene Aufführung ab. Am Ende haben Prinz Tamino und Papageno alle drei Prüfungen des geheimnisvollen Sarastro bestanden und alle Widrigkeiten lösen sich in Wohlgefallen auf.

Fazit: Das Gastspiel der Tourneeoper Mannheim an der Georg-Hager-Schule verdient uneingeschränkt das Prädikat „Besonders wertvoll“.

von frank klein
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