Eriwan. Kleiner Lichtblick bei einer Mammutaufgabe: Beim Schutz und Wiederaufbau von geschädigten Ökosystemen hat es in den vergangenen Jahren Fortschritte gegeben. Über 149 Länder hinweg befänden sich Ökosysteme auf einer Fläche von 252 Millionen Hektar (2,52 Millionen Quadratkilometer) im Prozess der Regenerierung, heißt es in einem Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP mit Sitz in Nairobi. Dabei seien mehr als eine Million «grüne» Jobs geschaffen worden.
Die Fläche ist größer als die von Grönland (knapp 2,2 Millionen Quadratkilometer) und entspricht etwa einem Viertel der rund eine Milliarde Hektar, auf deren Wiederherstellung bis zum Jahr 2030 sich die Weltgemeinschaft vor einigen Jahren geeinigt hat. Im Abkommen auf der damaligen Weltnaturkonferenz in Montreal vereinbarten die Länder unter anderem, 30 Prozent der geschädigten Ökosysteme an Land und in Binnengewässern, Meeres- und Küstenregionen wiederherzustellen. Der vorliegende Bericht zieht zur Halbzeit der sogenannten UN-Dekade der Wiederherstellung von Ökosystemen (2021 bis 2030) dazu eine Zwischenbilanz.
«Eine der größten Anstrengungen für die Natur»
«Heute erleben wir die Anfänge einer der größten Anstrengungen für die Natur, die es bisher gab», sagte UNEP-Direktorin Inger Andersen. Trotzdem warnen die Autoren, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichten und schnell genug gingen, um die Ziele zu erreichen.
Zwischen Land und Meer zeichnen sich bereits große Unterschiede ab: Gut 90 Prozent der bisherigen Maßnahmen spielen sich dem Bericht zufolge an Land ab. Während man an Land etwa auf Kurs sei und die Hälfte des 2030er-Ziels fast erreicht habe, gibt es deutlich weniger Fortschritte bei den Meeren – obwohl sich deren Zustand schneller verschlechtere, wie die Autoren schreiben.

Nur rund zwei Prozent Fläche der Meeres- und Küstenökosysteme und rund vier Prozent der Süßwasser-Ökosysteme würden aktuell regeneriert. Bei diesen Ökosystemen sei jedoch auch die Überwachung und Dokumentation schwächer ausgeprägt, weshalb die Flächen auch unterschätzt werden könnten.
Naturschutz kostet Geld
Um schneller voranzukommen, brauche es mehr Geld, heißt es in dem Bericht. Bis 2030 müsste pro Jahr mehr als viermal so viel Geld in die Wiederherstellung von Ökosystemen fließen wie bislang – statt 64 Milliarden US-Dollar knapp 300 Milliarden US-Dollar –, etwa in die Wiedervernässung von Mooren oder in Wiederaufforstung. Den UNEP-Berechnungen zufolge könnten dadurch geschätzt 32 Millionen neue Jobs weltweit entstehen.
Im armenischen Eriwan wird auf der Weltnaturkonferenz aktuell darüber beraten, wie man bei der Umsetzung des Abkommens vorankommen kann. Der Schutz und Wiederaufbau von Ökosystemen an Land und im Meer ist den Vereinten Nationen zufolge zentral für die Wasser- und Lebensmittelversorgung sowie die Widerstandsfähigkeit des Planeten gegen den Klimawandel.
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