Knoxville. Erstmals seit der gescheiterten Hinrichtung hat sich die US-Gefängnisinsassin Christa Pike in einem Statement direkt geäußert und berichtet darin von Schmerzen. Es gebe «keinen einzigen Moment», in dem sie keine Schmerzen habe, hieß es in der von ihren Anwälten verbreiteten Stellungnahme.
Die wegen Mordes verurteilte Pike sollte Ende September im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden. Sie überlebte. Nach Angaben des Death Penalty Information Center ist in den USA kein vergleichbarer Fall aus der jüngeren Geschichte bekannt, in dem die Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und der oder die Verurteilte weiterlebte. Tage später wachte Pike in einem Krankenhaus wieder auf.
Pike: Ich hatte zu Hinrichtung meinen Frieden gemacht
Pike schilderte in dem Statement, dass sie beim Betreten der Hinrichtungskammer Ende September ihren Frieden damit gemacht habe. Tage später sei sie dann alleine und verwirrt in einem Krankenhaus aufgewacht. «Mein Körper schmerzt.» Der Schmerz sei nicht nur körperlich. «Er sitzt auch in meinem Kopf und in meiner Seele.»

Pike war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Slemmer war 1995 in einem abgelegenen Gebiet nahe Knoxville über längere Zeit gefoltert und schließlich getötet worden.
Pike klagt über Isolation
Pike schilderte weiter, dass sie nun größtenteils auf einer Krankenstation des Gefängnisses isoliert sei. «Ich habe 28 Jahre in Einzelhaft verbracht, und vieles von dem, was ich heute erlebe, ist eine Wiederholung dieser Situation.» Sie versuche, einen Sinn in dem zu finden, was ihr widerfahren sei. «Ich weiß nicht, warum ich jene Nacht überlebt habe. Ich weiß nicht, was als Nächstes kommt.»
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