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Ungewöhnliche Karriere
Dawidiuk startet als wohl jüngster Generalmusikdirektor

Bochumer Generalmusikdirektor Aurel Dawidiuk
Der neue GMD und Intendant ist erst 25 Jahre alt. Foto: Fabian Strauch
Der erst 25-Jährige übernimmt die künstlerische Leitung der Bochumer Symphoniker. Der Dirigent - auch Organist und Pianist - ist wohl der jüngste Generalmusikdirektor hierzulande - und hat viel vor.

Bochum. Er ist erst 25 Jahre alt, hat als Pianist, Organist und Dirigent schon vielerorts Erfolge gefeiert und ist nun künstlerischer Leiter der Bochumer Symphoniker: Aurel Dawidiuk hat einige Überraschungen in petto, wie der vielseitige Künstler nun verrät. So wird der laut Bochumer Symphoniker jüngste Generalmusikdirektor (GMD) hierzulande sein Antrittskonzert am 5. September nicht am Stehpult dirigieren, sondern vom Klavier aus. 

Dawidiuk - er übernimmt auch die Intendanz des Anneliese Brost Musikforum Ruhr - wird also zum Antritt in Doppelfunktion als Pianist und Dirigent Stücke von Joseph Haydn, Johannes Brahms und Paul Hindemith zu Gehör bringen. Er wolle nun nicht «alles anders und verrückt» machen, sagt das aus Hannover stammende Multitalent. Aber neue Ideen und Schwerpunkte für die kommenden drei Spielzeiten bringe er mit.

Eine erstaunliche Karriere schon ab dem Kita-Alter

Schon mit fünf, sechs Jahren habe er Geige, Klavier, etwas später Orgel gespielt, war Jungstudent an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, schildert der neue GMD. Er trat auf als Pianist und Organist in zahlreichen Städten, gewann Wettbewerbe und Auszeichnungen. 

Als er mit sechs Jahren «Die Zauberflöte» von Mozart sah und hörte, Orchester und Dirigent beobachtete, sei ihm klar gewesen, dass Musik und das Dirigieren einmal im Zentrum seines Lebens stehen sollte, erzählt Dawidiuk, der am 20. September 26 Jahre alt wird. Er habe Tennis, Fußball gespielt, aber die Musik sei ganz früh schon immer die Nummer eins gewesen.

Bis vor kurzem war Dawidiuk Associate Conductor (Erster Gastdirigent) beim renommierten Royal Concertgebouw Orchestra in Amsterdam. Er nahm zudem Gastdirigate an - etwa in Bamberg, Dresden oder Tokio und wurde auch als Pianist und Organist gefeiert, mit Auftritten in Berlin, in Wien oder Zürich. Am 9. März 2025 dirigierte er in Bochum «und es hat direkt gefunkt». 

Welche Pläne bringt das junge Talent mit nach Bochum?

In Bochum möchte er alle neun Beethoven-Symphonien binnen drei Spielzeiten aufführen. Auch viel von Anton Bruckner soll zu hören sein, zu dem er eine «besondere Affinität» habe. Dawidiuk kündigte zugleich Neuentdeckungen und Ungewöhnliches an, so werde er etwa mit Stücken der US-amerikanischen Komponistin Joan Tower (87) Experimente wagen.

Bochumer Generalmusikdirektor Aurel Dawidiuk
Offiziell hat Aurel Dawidiuk sein Amt zwar seit einigen Tagen inne, aber sein Antrittskonzert ist erst im September. Foto: Fabian Strauch

Sein Motto ist «maximale musikalische Qualität verbunden mit umarmender und herzlicher Mitmenschlichkeit», betont der GMD und Intendant. Junge Musiker und junges Publikum liegen ihm am Herzen: Unter anderem will er als Novum eine Dirigier-Akademie für junge Talente starten und in den sozialen Medien aktiv posten für einen möglichst niedrigschwelligen Kontakt zum Publikum. 

Vor seinem Antrittskonzert sei er «voller Vorfreude» und «positiver Anspannung». In seiner zweiten neuen Heimat neben Hannover wolle er mit dem Rad zu seiner neuen Wirkungsstätte radeln, im Winter mit dem Bus. Seine Familie und Freunde seien für ihn «außermusikalischer Anker».

© dpa-infocom, dpa:260814-930-531276/1