Stuttgart. Trainer Sebastian Hoeneß und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth denken bei den Vorbildern des VfB Stuttgart groß. An den Argentiniern, den Mentalitätsmonstern dieser Fußball-WM, wollen sich die Schwaben orientieren. «Es ist gut zu sehen, dass es immer gleich bleibt: Die Basics werden immer wichtig sein», sagte der Coach. Es sei hilfreich, sich in Erinnerung zu rufen, dass «das unbedingte Gewinnenwollen» immer noch entscheidend sein könne. Auch Wohlgemuth betonte, ihm imponiere die Gewinnermentalität des Teams um Superstar Lionel Messi.
Konkrete Saisonvorgaben wollte der 47-Jährige zum Start der Vorbereitung aber nicht formulieren. «Wir sind gut damit gefahren, mit unseren Zielen nicht hausieren zu gehen. Wir wollen den Anspruch leben und die Gruppe wachsen lassen», sagte er. «Wenn die Gruppe zeigt, dass sie auf dem höchsten Niveau arbeiten möchte, stellen sich die Erfolge automatisch ein.»
Wohlgemuth stellte zudem die Weiterentwicklung der Schwaben heraus, die zum dritten Mal nacheinander in einem europäischen Wettbewerb vertreten sein werden - diesmal sogar wieder in der Champions League. Auch wegen der Dreifachbelastung legt der Sportchef bei der Personalplanung den Fokus auf die Breite.
Gekommen, um junge Spieler zu führen
Mit Grischa Prömel kam ablösefrei eine potenzielle Stammkraft vom baden-württembergischen Nachbarn TSG Hoffenheim, auf den Wohlgemuth große Stücke hält. «Er war schon einmal beim VfB Stuttgart, ist daher eine Identifikationsfigur. Er hat gezeigt, was einen Führungsspieler ausmacht, und wir haben ihn dazugeholt, weil er eine Persönlichkeit ist und das auch ausstrahlt. Er wird unserer immer noch sehr jungen Mannschaft guttun», sagte Wohlgemuth.

1.000 Fans - mehr waren aus organisatorischen Gründen nicht zugelassen - verfolgten den ersten Auftritt des DFB-Pokalfinalisten nach der Sommerpause. Sie sahen unter anderem auch Leih-Rückkehrer Dennis Seimen, der als Stammtorhüter eingeplant ist.
Wohlgemuth vertraut Hoeneß' Fähigkeiten
Erst zu einem späteren Zeitpunkt werden die sieben WM-Teilnehmer des VfB einsteigen - darunter die deutschen Nationalspieler Deniz Undav, Jamie Leweling und Angelo Stiller. Negative Folgen durch das enttäuschende Abschneiden der DFB-Auswahl erwartet Wohlgemuth nicht. Er vertraut den Fähigkeiten von Coach Sebastian Hoeneß. «Er weiß, an welcher Stelle er die Spieler abholen muss. Das hat er in den letzten Jahren immer geschafft, die Spieler auf den Punkt fit zu bekommen - nicht nur physisch, auch psychisch.»
Auch Kapitän Atakan Karazor war noch nicht dabei. Er nahm an der WM-Vorbereitung der Türkei teil, wurde letztlich aber nicht nominiert für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Lorenz Assignon konnte nach einer Schulteroperation noch nicht einsteigen, Ramon Hendriks und Jeff Chabot arbeiteten vorrangig individuell.
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