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Landtagswahl
Wahlkämpfer in Baden-Württemberg gehen in den Endspurt

Wahlkampf der CDU in Baden-Württemberg
Auch für Merz ist die Wahl am Sonntag eine wichtige. Foto: Felix Kästle
Wahlkampfabschluss des Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir
Schafft er es, die Grünen an der Macht zu halten? Foto: Bernd Weißbrod
Wahlkampfabschluss des Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir
Er wolle Kretschmann nicht kopieren, sagt Özdemir - sondern kapieren. Foto: Bernd Weißbrod
Wahlkampfabschluss der CDU Baden-Württemberg in Stockach
Schützenhilfe aus Berlin. Foto: Silas Stein
In Baden-Württemberg entscheidet sich am Sonntag, wer das Land künftig regiert. Das Kopf-an-Kopf-Rennen ist mehr als spannend. Die Nerven in den Parteizentralen liegen blank.

Ravensburg. Grüne und CDU haben sich für den Endspurt des Wahlkampfs in Baden-Württemberg Mut gemacht. CDU-Bundeschef und Bundeskanzler Friedrich Merz kam zum Wahlkampfabschluss der Südwest-CDU nach Ravensburg - und unterstrich die Bedeutung der Landtagswahl. Diese «wird knapper als wir gedacht haben», räumte Merz mit Blick auf die aktuellen Umfragewerte ein, nach denen Grüne und CDU gleichauf liegen. 

Beim Wahlkampfabschluss der Grünen in Ulm stärkte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dem grünen Spitzenkandidaten Cem Özdemir den Rücken. Dieser habe die Erfahrung und den Tiefgang, den man für das Ministerpräsidentenamt benötige. 

Kopf-an-Kopf-Rennen

Bei der Wahl am Sonntag wird über die Nachfolge von Kretschmann entschieden, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt. Für die Grünen geht der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir ins Rennen, für die CDU will Landes- und Fraktionschef Manuel Hagel neuer Ministerpräsident werden. Die letzte Umfrage sah beide Parteien mit 28 Prozent gleichauf.

Den Umfragen zufolge werden Grüne und CDU in Baden-Württemberg auch wieder miteinander koalieren müssen. Ein anderes Bündnis scheint rechnerisch derzeit nicht möglich - das heißt, dass die Wahl vor allem darüber entscheiden dürfte, ob Grüne oder CDU den nächsten Ministerpräsidenten stellen.

Merz sagte in Ravensburg, der ein oder andere möge darüber nachdenken, gelb zu wählen oder gar dunkelblau. Aber: «Wer jetzt blau wählt oder gelb wählt, könnte am nächsten Montag grün aufwachen.» Der Kanzler unterstrich auch die Bedeutung der Wahl. Die stoße nicht nur in Baden-Württemberg oder Deutschland auf große Aufmerksamkeit, sondern in der ganzen Europäischen Union. Er sei zuversichtlich, dass der CDU der Wahlsieg gelinge, wenn man die Kräfte bündele.

Kretschmann verweist auf die Erfahrung Özdemirs

Grünen-Landeschefin Lena Schwelling schwor wiederum die Anhänger in Ulm darauf ein, im Endspurt des Wahlkampfs alles zu geben. «Wir haben die historische Chance, einen zweiten grünen Ministerpräsidenten zu haben», sagte Schwelling. Damit könne man beweisen, dass die Wahl Kretschmanns damals kein Unfall der Geschichte gewesen sei. Kretschmann warb für Özdemir als seinen Nachfolger. Der sei der beste, den er sich wünschen könne. «Wir Grüne haben jemand, der die Erfahrung und den Tiefgang hat, den man dafür benötigt», sagte der 77-Jährige. «Wenn sie alle am nächsten Sonntag den Cem Özdemir wählen, dann haben Sie diesen Mann, der es kann.»

Kretschmann warf Hagel wiederum vor, im Wahlkampf keine neuen Ideen für Baden-Württemberg zu haben. Er lese in Interviews von Hagel immer lange Listen mit den Themen KI, Mobilität, Photonik, Robotik oder Verteidigung. «Dann bin ich doch immer sehr erstaunt. Das machen wir schon alles. Und er war dabei», sagte Kretschmann in Ulm. 

Daneben wolle Hagel einen Sicherheitsrat oder einen Sachverständigenrat für Wirtschaft einrichten. Auch das gebe es alles schon, es heiße nur anders, so Kretschmann: «Neu ist da nicht der Inhalt, nur die Überschrift.» Dass aus neuen Überschriften großartiges entstehe, sei eher selten.

© dpa-infocom, dpa:260306-930-777584/4