Oldenburg. Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim hat im DFB-Pokal beim Viertligisten SSV Jeddeloh II eine Demontage erlebt. Ohne seinen gesperrten Langzeit-Trainer Frank Schmidt an der Seitenlinie blamierte sich der Fußball-Zweitligist nach einem schwachen Auftritt beim niedersächsischen Regionalligisten mit einer 2:5 (1:3)-Schlappe.
«Das ist eine Zäsur schon fast. Es ist hochgradig peinlich, wie wir aufgetreten sind», klagte Kapitän Patrick Mainka bei Sky. «Ich muss traurigerweise sagen, dass diese Niederlage absolut verdient ist», fuhr der Abwehrspieler fort und haderte insbesondere mit der fehlenden Struktur in der Defensive.
Mainka kritisiert scharf: Strukturlos wie «Kinderfußball»
«Wir spielen gefühlt drauf los, als wenn es Kinderfußball wäre. Bei allem Respekt vor Kinderfußball», sagte Mainka. «Das sind keine Sachen, die mit dem Trainer zu tun haben», betonte der 31-Jährige. «Das sind ganz einfache individuelle Sachen, die wir als Mannschaft auffangen müssen.»
FCH-Coach Schmidt musste von der Tribüne aus ansehen, wie das heftige Pokal-Aus nach der Führung dank des Treffers von Yannik Wagner (12. Minute) schnell seinen Lauf nahm. Der 52-Jährige war wegen einer Gelb-Roten-Karte aus der vergangenen DFB-Pokal-Saison gesperrt und wurde am Spielfeldrand von Co-Trainer Bernhard Raab vertreten.
Drei Gegentore binnen Viertelstunde gegen den Viertligisten
Eklatant war die Abwehrschwäche nicht nur in diesem Erstrundenspiel - sie war schon in den ersten beiden Pflichtspielen der neuen Spielzeit auffällig. Auf bereits zwölf Gegentreffer in nur drei Begegnungen summierte sich die Zahl der kassierten Tore.
Im Oldenburger Marschweg-Stadion glich Kamer Krasniqi nur zwei Minuten nach der Führung des FCH für Jeddeloh II aus. Ein Eigentor von Jan Schöppner (27.) und ein Traumtor von Haris Hyseni (29.) führten zu einem klaren Pausen-Rückstand.
In der zweiten Hälfte verschoss der eingewechselte Budu Siwsiwadse einen selbst herausgeholten Foulelfmeter (58.). Heidenheim bemühte sich danach zwar um den Anschluss. Doch mit einem Konter holte der Außenseiter einen Strafstoß heraus - Hyseni erhöhte mit seinem zweiten Treffer vom Punkt (70.). Tim Janßen ließ die Heidenheimer mit dem 5:1 noch schlechter aussehen (72.). Mikkel Kaufmanns Anschluss war nur noch Ergebniskosmetik (89.).

Kritik nach Hertha-Auftritt führt nicht zur Wende
Nach einem enttäuschenden 1:4 in der Liga bei Hertha BSC am vergangenen Wochenende hatte Schmidt seine Elf deutlich kritisiert und vor dem Anpfiff des Pokalspiels angemahnt, dass ein Auftritt wie in Berlin nicht wieder vorkommen dürfe. Doch es folgte die riesige Negativ-Überraschung gegen den Regionalligisten.
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