Sinsheim. Ein frecher FC St. Pauli hat ausgerechnet bei der heimstarken TSG 1899 Hoffenheim einen überraschenden Auswärtssieg gelandet. Mit dem 1:0 (1:0) beendete die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin die Serie des Champions-League-Kandidaten von acht Erfolgen im Sinsheimer Stadion. Vor 27.786 Zuschauern schockte Mathias Pereira Lage mit seinem ersten Bundesliga-Tor (45.+4 Minute) die Kraichgauer unmittelbar vor der Pause.
Eine Woche nach dem 2:1 gegen Werder Bremen hielten die Hamburger danach dem Druck der TSG stand. Dabei hatte der Abstiegskandidat in dieser Saison der Fußball-Bundesliga bis dato außer im Hamburger Stadtderby (2:0 beim HSV) auf fremdem Platz nicht gewonnen und nur zwei Punkte (1:1 in Köln und 0:0 in Mainz) gesammelt.
«Nur allein von diesen Heimspielen sich zu ernähren, das wird wahrscheinlich nicht reichen.» So hatte Blessin schon vor der Partie gewarnt. Das nahmen sich seine Profis sichtlich zu Herzen.
«Kies gegen Kiez» in Sinsheim
Mit der Schlagzeile «Kies gegen Kiez» warb der Gastgeber-Verein von Mäzen und Milliardär Dietmar Hopp selbstironisch für die Partie. Im Hinspiel hatten die Hoffenheimer die Hamburger mit 3:0 geschlagen. Ein paar Tage später schieden sie dann im DFB-Pokal im Elfmeterschießen bei St. Pauli aus.
Das dritte Aufeinandertreffen in dieser Saison begann aufregend mit Chancen praktisch im Minutentakt. Die dickste vergaben bei einem Konter erst Andrej Kramaric und dann Grischa Prömel allein vor Paulis Torwart Nikola Vasilj (8.).
Pauli hält unerschrocken dagegen
Aber auch die Gäste trauten sich was: Danel Sinani prüfte Nationalkeeper Oliver Baumann und ein Schuss von Manolis Saliakas wurde im letzten Moment von Ozan Kabak noch abgefälscht. Wie schon vor einer Woche beim 2:2 in Köln zeigte die in dieser Saison so starke Hoffenheimer Viererkette, dass sie auch ihre Schwächen hat.
Vasilj holt sich eine blutige Nase
Als dem bis dahin gut beschäftigten Vasilj ein Zuspiel misslang und Prömel dazwischenging, wäre die Führung der TSG eigentlich fällig gewesen. Doch der starke bosnische Schlussmann rettete nach seinem Patzer auf Kosten einer blutigen Nase (28.).
Als die Hoffenheimer ganz offensichtlich mit den Gedanken schon in der Pause waren, schlugen St. Pauli zu. Nach Saliakas' Flanke schraubte sich Pereira Lage hoch und köpfte zum 1:0 ein. Wild entschlossen, aber zu hektisch und zerfahren begann die TSG den zweiten Durchgang.
Bernardo köpft an die Latte
Immer wieder dirigiert von ihrem australischen Kapitän Jackson Irvine hielten die Pauli-Profis ihre Defensive dicht. Nicht einmal Stürmerstar Kramaric fiel an diesem Tag ein, wie der Gegner noch zu knacken ist. Der Kroate wurde in der 74. Minute durch Tim Lemperle ersetzt. Kabak köpfte noch an die Latte (80.) - mehr hatte die TSG nicht zu bieten.
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