Forbach. So leer hat man die hundertjährige Schwarzenbach-Talsperre bei Forbach (Landkreis Rastatt) erst dreimal gesehen: Nach 1935, 1952 und 1997 wird sie aktuell vollständig entleert, damit unter anderem an der Staumauer gearbeitet werden kann, wie der Energieversorger EnBW erklärt.
Die Talsperre liefert als Oberbecken Wasser für ein Pumpspeicherkraftwerk. Sie fasst den Angaben nach 14 Millionen Kubikmeter Wasser. Diese Menge passt in 5.600 Olympia-Schwimmbecken mit einer Bahnlänge von 50 Metern.
Wichtig für Energiewende
Bis Oktober sollen laut EnBW Verschlussvorrichtungen an der Staumauer erneuert, Beton- und Metallteile instand gesetzt und neue Strukturen im Uferbereich geschaffen werden, die Fischen dienen sollen. Parallel dazu baut der Karlsruher Konzern im Berg nebenan an einem Tunnelsystem für ein neues Pumpspeicherkraftwerk, ein sogenannter unterirdischer Kavernenwasserspeicher. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.

Bei Pumpspeicherkraftwerken wird Wasser aus einem Oberbecken - in Forbach die Talsperre - durch Rohre zu einem Unterbecken geleitet, vorbei an einer Turbine. Diese treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. Ist zu viel Energie im Netz, etwa bei einer Starkwindphase oder durch hohe Einspeisungen aus Photovoltaik-Anlagen, wird das Wasser wieder in das obere Becken gepumpt.
Schlammige Gefahr
Das Betreten des Seeufers und der entleerten Talsperre ist untersagt. «Wir befürchten, dass Personen im stark aufgeweichten, teils mehrere Meter tiefen Schlamm einsinken könnten», erklärte eine EnBW-Sprecherin. «An verschiedenen Treppen und Zugängen haben wir daher Bauzäune angebracht.» Zudem wiesen Warnschilder rund um den See auf die Gefahren hin.

Vor der vollständigen Trockenlegung hatten Fachleute die Fische abgefischt. Sie wurden in umliegende Gewässer umgesetzt. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Schwarzenbach-Talsperre wieder neu mit Fischen besetzt werden.
© dpa-infocom, dpa:260424-930-987472/1

