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Nach Aussagen über Undav
Effenberg kritisiert Nagelsmann: «Was denkt er sich dabei?»

Stefan Effenberg
Stefan Effenberg hat zur deutschen Nationalmannschaft eine klare Meinung. (Archivbild) Foto: Jens Kalaene
Stefan Effenberg kritisiert die DFB-Elf nach den Spielen in der Schweiz und gegen Ghana. Er sieht keine Fortschritte. Für den Umgang des Bundestrainers mit Deniz Undav hat Effenberg wenig Verständnis.

Stuttgart. Der frühere Nationalspieler Stefan Effenberg ist von Julian Nagelsmanns Aussagen über Deniz Undav irritiert. Der Bundestrainer hatte nach dem 2:1-Sieg der DFB-Elf gegen Ghana gesagt, den Stürmer vom VfB Stuttgart beim DFB für eine Jokerrolle vorzusehen - und Undav dabei wenig Hoffnung auf Startelf-Einsätze gemacht. Dazu sagte Effenberg in einer Kolumne bei «t-online»: «Damit macht sich Nagelsmann völlig ohne Not angreifbar, wenn er es ausgerechnet in wichtigen Personalfragen an Einsicht und Flexibilität vermissen lässt», schrieb der frühere Profi des FC Bayern München und ergänzte: «Das war ein Fehler. Was denkt er sich dabei?»

Darauf angesprochen, ob sich an der für Undav geplanten Jokerrolle noch etwas ändern könnte, hatte Nagelsmann gesagt: «Eher unwahrscheinlich, weil ich die Rollengespräche nicht geführt habe für den März, sondern für die WM.»

Deutschland - Ghana
Deniz Undav ist in der Nationalmannschaft kein Stammspieler. Foto: Christian Charisius

Damit ist Effenberg nicht einverstanden: «Nach Bayerns Harry Kane ist er der beste Angreifer der Bundesliga und aktuell der beste deutsche Stürmer», sagte der 57-Jährige über Undav, der als Einwechselspieler den Siegtreffer für Deutschland erzielt hatte.

Effenberg: Treue zu Sané nicht nachvollziehbar

Leroy Sané, bei dessen Einwechslung im Spiel gegen Ghana einige Fans gepfiffen hatten, sieht Effenberg kritisch. «Ganz klar und deutlich: Das gehört sich nicht, das hat er nicht verdient», schrieb Effenberg zu den Pfiffen. «Trotzdem drückt diese Reaktion doch aber auch das feine Gespür der Zuschauer aus, dass da irgendetwas nicht passt, dass da eine Personalie nicht nachvollziehbar ist.»

Effenberg ergänzte: «Wie bei Undav auch nämlich ignoriert Nagelsmann bei Sané das von ihm doch so eindringlich betonte Leistungsprinzip und hält in einer nicht nachvollziehbaren Treue am Angreifer von Galatasaray fest. Obwohl dessen Leistungen für den Istanbuler Club in der laufenden Saison übersichtlich sind.»

«Wenn wir so spielen, dann wird das nichts mit dem WM-Titel»

Insgesamt sieht Effenberg die jüngsten Auftritte der DFB-Elf sehr kritisch. «Wenn wir so spielen, dann wird das nichts mit dem WM-Titel. Da müsste noch eine deutliche Steigerung her, denn bei der WM warten spätestens ab dem Achtelfinale andere Gegner», schrieb der 57-Jährige nach dem 4:3 gegen die Schweiz und dem 2:1 gegen Ghana.

Effenberg führte aus: «Diese beiden Spiele haben mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet – und das muss Sorgen machen. Denn ich sehe bei dieser Mannschaft einfach keinen Fortschritt im Vergleich zu vor einem Jahr oder zum Beginn von Nagelsmanns Amtszeit.»

© dpa-infocom, dpa:260331-930-891730/1