Neuenbürg. Wochenlange Ermittlungsarbeit nach einem Leichenfund in einem Auto in Neuenbürg hat zur Ergreifung eines dringend Tatverdächtigen geführt. Der 40 Jahre alte Mann sei am Mittwochmorgen in Neuenbürg im Enzkreis festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Er sei noch am selben Tag einem Haftrichter vorgeführt worden, der den Haftbefehl in Vollzug gesetzt habe. Der Verdächtige sitzt seither in Untersuchungshaft. Er steht unter Mordverdacht.
Täter und Opfer kannten sich
Den Angaben der Behörden zufolge kannten sich der mutmaßliche Täter und sein Opfer, ein 41 Jahre alter Mann. Es bestand eine Vorbeziehung zwischen den beiden, wie es hieß. Welche Nationalität der Verdächtige hat, wurde auf Nachfrage zunächst nicht mitgeteilt. Ebenso ist unklar, wie das Opfer zu Tode kam, was das Motiv gewesen sein könnte und ob und welche Tatwaffe im Spiel war. Der 40-Jährige habe bei seiner Festnahme, an der auch Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Einsatz beteiligt waren, keinen Widerstand geleistet, sagte ein Polizeisprecher.
Wohn- und Geschäftsräume durchsucht
Im Zuge von umfangreichen Durchsuchungen am Tag der Festnahme seien unter anderem sechs Objekte in Neuenbürg und Pforzheim durchkämmt worden. In den Wohn- und Geschäftsgebäuden seien mögliche Beweismittel sichergestellt worden. Welche, wurde nicht mitgeteilt. Alle Gegenstände würden nun ausgewertet. Wie die Ermittler dem Verdächtigen auf die Schliche kamen, wurde ebenfalls nicht mitgeteilt.
Die Leiche in dem Auto war von einem Zeugen am 25. Februar in einem Fahrzeug auf einem öffentlichen Parkplatz in Neuenbürg im Enzkreis gefunden worden. Nach der Obduktion hatte rasch festgestanden, dass er gewaltsam gestorben war - vermutlich am Fundort selbst. Der Tote war den Angaben zufolge als Hausmeister und Gastronom tätig und lebte im westlichen Enzkreis.
Nach dem Fund der Leiche hatte die Polizei die Sonderkommission «Motor» mit mehreren Dutzend Ermittlern gegründet. Diese werteten in den vergangenen Wochen rund 200 am Tatort gesicherte Spuren sowie Bilder von Überwachungskameras aus. Polizeitaucher durchsuchten die nahegelegene Enz. Auch dort waren Gegenstände gefunden worden - ob diese mit der Tat zusammenhängen, ist noch offen. Zudem war eine Belohnung von bis zu 10.000 Euro ausgesetzt worden.
Die Ermittlungen zu dem Fall dauerten an. Zeugen könnten der Soko «Motor» weiterhin anonyme Hinweise zukommen lassen, wie es weiter hieß.
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