Heidenheim. Nach Betrugsvorwürfen im Kreisverband Stuttgart hat die baden-württembergische AfD die Amtsenthebung des Kreisvorstands mit großer Mehrheit bestätigt. Der stellvertretende Parteivorsitzende Martin Hess sprach von einem erheblichen finanziellen Schaden, der der Südwest-AfD entstanden sei. Der Kreisvorstand habe nicht bei der Aufklärung mitgewirkt, Hess sprach von einem «erheblichen Vertrauensverlust» und einem «Organversagen» im Kreisverband Stuttgart.
Ein ehemaliges Mitglied des Kreisvorstands soll etwa noch lange nach seinem Parteiaustritt über eine Vollmacht über das Parteikonto verfügt haben. «Die Vertrauensbasis war aufgrund der Vorgänge völlig zerstört», sagte Hess.
Ein früherer Schatzmeister soll sich im Kreisverband Stuttgart persönlich am Parteikonto bereichert haben. Rund 45.000 Euro sind den Angaben zufolge verschwunden. Die AfD-Landesspitze spricht von Betrug und berief Anfang Mai den kompletten Vorstand des Kreisverbands Stuttgart ab - ein ungewöhnlich drastischer Eingriff in die Strukturen eines Kreisverbands. Der Vorwurf: Der Kreisvorstand habe den Schatzmeister nicht ausreichend kontrolliert. Nun bestätigte der Parteitag die Amtsenthebung.
Betroffene frühere Mitglieder des Stuttgarter Kreisvorstands weisen die Vorwürfe zurück. Die Anwältin Martina Böswald, selbst Parteimitglied, vertritt drei Mitglieder des Kreisvorstands. Sie sagte im Vorfeld des Parteitags, der Landesvorstand suche ein schnelles Bauernopfer, um die eigenen Verfehlungen zu vertuschen. Aus ihrer Sicht hätte sich der Landesschatzmeister die Kontoauszüge aus dem Kreisvorstand vorlegen lassen müssen.
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