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Verpuffung
Großer Stromausfall nach Brand im Umspannwerk

Stromausfall nach Brand in Umspannwerk
Ein mutmaßlicher technischer Defekt sorgt für Stromausfall. Foto: Bernd Weißbrod
Strom weg, Rauch in der Luft: Nach einer Verpuffung im Umspannwerk warnt der Bevölkerungsschutz vor gesundheitlichen Risiken.

Remseck am Neckar. Wegen einer Explosion bei Reparaturarbeiten im Umspannwerk Aldingen haben Menschen in Remseck, Pattonville (Kreis Ludwigsburg) und Teilen von Fellbach (Rems-Murr-Kreis) keinen Strom. Der Stromausfall soll sich bis mindestens 16.00 Uhr ziehen, wie die Polizei mitteilte.

Grund sei mutmaßlich ein technischer Defekt, bei dem es zu der Verpuffung mitsamt Rauch kam. Die Feuerwehr ist vor Ort. Der Vorfall sei gegen Mittag gemeldet worden. Laut Netze BW gibt es keinerlei Hinweise auf externe Einflüsse oder eine vorsätzliche Beschädigung der Anlagen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnte, dass infolge des Brandes eine Rauchgaswolke und Isoliergas einer Elektroanlage freigesetzt worden seien. «Gesundheitliche Beeinträchtigungen können nicht ausgeschlossen werden. Suchen Sie ein Gebäude auf. Bleiben Sie in Wohnungen und Häusern. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen, stellen Sie vorhandene Klimaanlagen ab.»

Böschungsbrand verursacht vorherigen Stromausfall

Nach Angaben eines Polizeisprechers war der Strom bereits am Sonntag für eine Stunde wegen eines kleinen Böschungsbrandes in der Nähe des Umspannwerks ausgefallen. Laut Netze BW war es am späten Nachmittag zu einem Brand auf einer Wiese vor dem Umspannwerk Remseck-Aldingen gekommen. «In der Folge entstand ein Fehler an einem Kabelverteilerschrank sowie an einer Leitung zum Umspannwerk. Es kam zu einer Versorgungsunterbrechung.» Durch Umschaltungen im Netz sei die Versorgung mit Strom wiederhergestellt worden.

Die inzwischen reparierte Leitung sollte durch Mitarbeitende der Netze BW am Montag wieder zugeschaltet werden. «Dabei kam es zu einem Defekt in der Hochspannungsschaltanlage im Umspannwerk Remseck-Aldingen mit Rauchentwicklung.»

Die Netze BW arbeite mit Hochdruck daran, die Versorgung über alternative Leitungswege wiederherzustellen und die betroffene Schaltanlage zu prüfen. «Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass die Stromversorgung voraussichtlich im Laufe des Tages wiederhergestellt werden kann. Es gibt aktuell keinerlei Hinweise auf externe Einflüsse oder eine vorsätzliche Beschädigung der Anlagen.»

Suche nach Tätern von Reutlingen

Unterdessen läuft die Suche nach den Tätern weiter, die in der Nacht zum 8. Juli ein Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen gelegt haben. Dabei wurden laut der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart Autoreifen als Brandmittel verwendet. 

Durch das Feuer war das Umspannwerk ausgefallen, auch eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Schnell hatten sich Hinweise auf Brandstiftung verdichtet, nachdem ein möglicher Brandbeschleuniger entdeckt worden war. Ein oder mehrere Täter waren nach Erkenntnissen der Ermittler auf das Gelände eingedrungen und hatten gleich an mehreren Stellen Feuer gelegt. Auch der Zaun der Anlage war beschädigt worden. 

Nach dem Feuer waren zeitweise Zehntausende Menschen über Stunden ohne Strom gewesen, auch ein Krankenhaus sowie Industrie- und Gewerbekunden waren betroffen. Der Gesamtschaden zur Reparatur der Anlage dürfte sich früheren Angaben zufolge auf mehrere Millionen Euro summieren.

© dpa-infocom, dpa:260713-930-377922/2