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Nach Investorenidee der FIFA
«Gutsherrenart»: DFB-Funktionär will Infantino loswerden

Alexander Wehrle
Wehrle zählt Infantino an. (Archivbild) Foto: Harry Langer
Was wird aus Gianni Infantino, wenn sein Investorenprojekt scheitert? Der DFB-Aufsichtsratschef äußert seine Idee und kritisiert den FIFA-Boss mit deutlichen Worten.

Stuttgart. Der deutsche Fußball-Funktionär Alexander Wehrle hat FIFA-Boss Gianni Infantino in ungewohnter Schärfe für dessen Führungsstil kritisiert. «Ich hoffe, dass der eine oder andere Kontinentalverband jetzt mal aufwacht, weil er gar keinen mehr mitnimmt. Er nimmt das FIFA Council nicht mal mehr mit, sondern er entscheidet in einer Gutsherrenart, als ob er weltweit alleine entscheiden kann», sagte Wehrle in einem Interview RTL/Sky.

Die FIFA hatte in dieser Woche mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Laut Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Die 55 Nationalverbände der UEFA kündigten geschlossen einen Boykott der FIFA-Wettbewerbe an, sollte diese den Plan nicht verwerfen.

Gianni Infantino
Infantinos Vorhaben droht zu scheitern. (Archivbild) Foto: Jacquelyn Martin

Wehrle: Sorge, dass ein Mann Weltfußball zerstören kann

Wehrle, Vorstandsvorsitzender des Bundesligisten VfB Stuttgart und Aufsichtsratsboss beim DFB, kreidet Infantino fehlendes Feingefühl im Sport an. «Hat Gianni Infantino mal wirklich professionell Fußball gespielt? Ich glaube, in der fünften Liga in der Schweiz. Und war er eigentlich mal in der Fankurve? Weiß er eigentlich, was Fußball bedeutet? Fußball als Spiel, also dieses verbindende Element», merkte Wehrle an.

Der 51-Jährige sagte, er wünsche sich eine FIFA ohne Infantino als Präsident. Der Plan, für den Weltverband noch mehr Milliarden zu erlösen, ergebe «keinen Sinn und ich habe da wirklich Sorge, dass ein einzelner Mann den Weltfußball zerstören kann», erklärte Wehrle. 

Infantino plant, sich im Frühjahr 2027 für eine weitere Periode wählen zu lassen. Bis zu den Vorfällen mit dem geplanten Investorendeal wurden dem Schweizer exzellente Chancen zugerechnet. Das milliardenschwere Vorhaben droht aber schnell zu scheitern, weil neben Europas wuchtigem Veto auch der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Verband Concacaf bereits geschlossen seine Ablehnung verkündet hat.

© dpa-infocom, dpa:260731-930-464181/1