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Weihnachtsmarkt-Anschlag
Haupthelfer des Straßburg-Attentäters erneut vor Gericht

Haupthelfer des Straßburg-Attentäters erneut vor Gericht
Der mutmaßliche Haupthelfer des Straßburger Weihnachtsmarkt-Attentäters ist gegen seine Verurteilung zu 30 Jahren Haft in Berufung gegangen, (Archivbild) Foto: AP
Nach dem Terroranschlag von Straßburg war ein mutmaßlicher Helfer des Täters zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. In Berufung will er für eine geringere Strafe kämpfen.

Paris/Straßburg. Über sieben Jahre nach dem Terroranschlag während des Weihnachtsmarkts im elsässischen Straßburg steht der mutmaßlich wichtigste Helfer des Täters seit Montag in einem Berufungsprozess in Paris erneut vor Gericht. Mit der Beschaffung von Waffen soll der Mann dem Täter, dessen islamistische Radikalisierung er angeblich kannte, bei der Umsetzung seiner Terrorpläne geholfen haben, hatte das Gericht in erster Instanz geurteilt und ihn zu 30 Jahren Haft verurteilt.

Dagegen ging der aus der Elfenbeinküste stammende Angeklagte in Berufung. Der 44-Jährige hatte angegeben, den Täter für einen einfachen Kriminellen gehalten und von seinen Anschlagsplänen nichts gewusst zu haben. Zu Beginn des Berufungsverfahrens kam der Angeklagte zunächst noch nicht zu Wort.

Attentäter verbreitete Angst und Schrecken

Bei dem Anschlag waren 2018 fünf Menschen getötet und elf weitere verletzt worden. Der aus Straßburg stammende Islamist Chérif Chekatt hatte am Abend des 11. Dezember in Gassen und auf Plätzen Menschen mit einer Schusswaffe und einem großen Messer angegriffen und Panik und Schrecken verbreitet. Es kam zu einem Schusswechsel mit den Militärkräften, die zum Schutz des traditionell auch von vielen Deutschen besuchten Weihnachtsmarkts. 

Aber Chekatt gelang zunächst die Flucht. Zwei Tage später wurde er nach einer Großfahndung im französisch-deutschen Grenzgebiet bei einem Schusswechsel mit Beamten in Straßburg getötet. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Der Anschlag in Straßburg reihte sich in eine Serie von islamistischen Terrorattacken, die Frankreich in den vergangenen Jahren erschütterten und bei denen rund 250 Menschen aus dem Leben gerissen wurden. Frankreich als Nation wurde dadurch nachhaltig traumatisiert.

Über die in Straßburg getöteten und verletzten Opfer hinaus wurde auch eine größere Zahl unmittelbarer Augenzeugen schwer traumatisiert. Rund 1.000 Menschen nahmen nach dem Anschlag psychische Hilfsangebote in Anspruch.

© dpa-infocom, dpa:260323-930-854641/1