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Gewehre und Pistolen
Heckler & Koch mit starkem Halbjahr – Prognose erhöht

Waffen von Heckler & Koch
Heckler & Koch verkauft aktuell deutlich mehr Waffen. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod
Vor zehn Jahren hing die Zukunft von Heckler & Koch am seidenen Faden, die Geschäfte waren mäßig und der Schuldenberg hoch. Das ist lange her. Aktuell laufen die Geschäfte der Waffenschmiede prächtig.

Oberndorf am Neckar. Der Boom bei Deutschlands größtem Hersteller von Handfeuerwaffen Heckler & Koch hält an. Der Umsatz von Januar bis Juni lag bei rund 263,9 Millionen Euro, wie der Konzern aus Oberndorf am Neckar auf der Basis vorläufiger Geschäftszahlen mitteilte. Das entspricht einem Plus von knapp 47 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug 66,2 Millionen Euro - und damit mehr als doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2025. 

Als Gründe für die deutlichen Zuwächse nannte der Waffenfabrikant unter anderem die anhaltend hohe Nachfrage nach den eigenen Produkten sowie eine hohe Auslastung der Werke. «Darüber hinaus wirkten sich Investitionen in Produktionskapazitäten, Infrastruktur und Prozessoptimierungen positiv auf die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens aus», hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung. Zum Gewinn nach Steuern machte Heckler & Koch keine Angaben. Weitere Informationen sollen im Halbjahresfinanzbericht folgen.

Management erhöht Prognose für 2026

Angesichts der Geschäftszahlen und eines «sehr hohen Auftragsbestands» hat der Vorstand um Firmenchef Jens Bodo Koch demnach auch die Prognose für das laufende Jahr angehoben. Beim Umsatz erwartet das Management nun eine Verbesserung im hohen zweistelligen Millionenbereich gegenüber dem Vorjahr. Das Ebitda soll um eine mittlere zweistellige Millionensumme wachsen. Konkrete Prognosezahlen nannte das Unternehmen nicht. 

Firmenzentrale von Heckler & Koch
Infolge der russischen Bedrohung macht das Unternehmen deutlich mehr Geschäft gemacht. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod

Der Konzern aus dem Nordschwarzwald stellt Sturm- und Maschinengewehre, Pistolen sowie Maschinenpistolen und Granatwerfer her. Die Firma hatte zum Jahreswechsel 1.340 Beschäftigte. Der größte Teil des Personals arbeitet am Stammsitz, weitere kleinere Standorte gibt es in den USA und in Großbritannien. Zu den Konkurrenten gehören Beretta aus Italien und der zur tschechischen CZ-Gruppe gehörende US-Waffenhersteller Colt und Haenel aus Thüringen.

Heckler & Koch auf Wachstumskurs

Noch Mitte des vergangenen Jahrzehnts hatte die Waffenschmiede mit roten Zahlen und einem hohen Schuldenberg zu kämpfen. Aktuell ist sie deutlich auf Wachstumskurs. Bereits vergangenes Jahr stieg der Umsatz um 14,4 Prozent auf 393 Millionen Euro – so viel wie noch nie in der Firmengeschichte. Der Auftragseingang verdoppelte sich binnen Jahresfrist auf gut 800 Millionen Euro. Und die Serie reißt nicht ab: Im ersten Quartal 2026 hat das Unternehmen den Nachsteuergewinn mehr als verdreifacht.

Treiber des Booms ist die deutlich gestiegene Nachfrage von Nato-Staaten, die seit dem russischen Angriff auf die Ukraine mehr in ihre Streitkräfte investieren. Allein die Bundeswehr hat inzwischen 250.000 neue Sturmgewehre bestellt. Ursprünglich waren nur 120.000 vorgesehen. Mit den neuen Waffen wird das in die Jahre gekommene Gewehr 36 (G36) als Bundeswehr-Standardgewehr abgelöst, was ebenfalls von Heckler & Koch hergestellt worden war.

© dpa-infocom, dpa:260730-930-462266/1