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Bundesliga-Saisonfinale
Heißes Spiel in Frankfurt - Spielt der VfB Champions League?

Sebastian Hoeneß
Sebastian Hoeneß möchte am Samstag wieder strahlen - wenn es mit dem Einzug in die Champions League klappt. (Archivbild) Foto: Tom Weller
Hoeneß schwört den VfB auf ein «absolutes Druck-Spiel» ein. Die letzte Bundesliga-Partie vor der Sommerpause entscheidet, ob die Stuttgarter ihr Saisonziel erreichen.

Stuttgart. Sebastian Hoeneß freute sich über die nachträglichen Glückwünsche zu seinem 44. Geburtstag. Die nächste Gratulation möchte der Coach des VfB Stuttgart unbedingt am Samstag entgegennehmen. 

Jetzt zählt es, im Saisonfinale der Fußball-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr/Sky) die Qualifikation für die Champions League perfekt zu machen. Dabei soll weder die umstrittene Schiedsrichteransetzung noch das folgende Pokal-Finale am 23. Mai gegen den FC Bayern Deniz Undav und Co. ablenken. 

Der Reiz des Endspurts

«Es reduziert sich nach einer langen Saison auf dieses eine Spiel und das macht das Spiel natürlich besonders reizvoll», sagte Hoeneß, der am 12. Mai Geburtstag hatte. «Es wird ein heißes Spiel.»

Von Gesprächen in der Kabine bereits über den Pokal-Auftritt in Berlin bekomme er nicht viel mit. Er müsse da nicht eingreifen. «Die Jungs sind sehr fokussiert. Es ist Vorfreude spürbar, aber nur für Samstag», berichtete Hoeneß.

Schiedsrichteransetzung polarisiert

Dabei kommt es im Saisonfinale zu einem pikanten Wiedersehen. Ausgerechnet Schiedsrichter Tobias Welz ist für diese entscheidende Partie der Stuttgarter angesetzt, nachdem er insbesondere von Nationalstürmer Undav («Ich mag den eh nicht») nach dem Halbfinale im DFB-Pokal scharf angegangen worden war.

Welz hatte einen Freiburger Treffer von Lucas Höler zu früh und fälschlicherweise abgepfiffen. Sogar die siegreichen Stuttgarter hatten sich mit den benachteiligten Freiburgern in der Kritik solidarisiert. 

Deniz Undav (vorn) und Schiedsrichter Tobias Welz (r)
Deniz Undav (vorn) übte nach dem Pokal-Halbfinale scharfe Kritik an Schiedsrichter Tobias Welz. (Archivbild) Foto: Tom Weller

Was Hoeneß zum Schiedsrichter sagt

Doch Hoeneß beschwichtigte nun. «Ich bin mir sicher, Tobias Welz wird das bestmögliche Spiel machen wollen, genauso wie Frankfurt, genauso wie der VfB Stuttgart», sagte er. «Ich bin mir auch ganz sicher, dass die Dinge getrennt werden können. Er ist ein Top-Profi, macht sein letztes Spiel und wird sicher eine Top-Leistung abrufen.» Gut möglich, dass Undav den gesperrten Kapitän Atakan Karazor vertritt und damit Ansprechpartner für Welz wird.

Doch Hoeneß möchte sich auf die sportliche Herausforderung konzentrieren und rechnet mit einem schwierigen Spiel. «Das ist eine Mannschaft, die individuell stark besetzt ist. Insbesondere in der Offensive unglaublich viele Möglichkeiten hat», erklärte der 44-Jährige. «Wir müssen eine Top-Leistung abliefern. Genauso oder noch besser als letzte Woche gegen Leverkusen.»

VfB hat es in der eigenen Hand

Mit dem 3:1 gegen Leverkusen hatten sich die Schwaben einen minimalen Vorteil im Kampf um die Teilnahme an der Königsklasse gesichert. Punktgleich mit der fünftplatzierten TSG 1899 Hoffenheim liegt der VfB auf Rang vier, hat das um fünf Treffer bessere Torverhältnis. Leverkusen ist um drei Punkte distanziert.

 

 

Dass bei den Hessen zuletzt reichlich Unruhe herrschte, nannte Hoeneß für den VfB irrelevant. Eintracht-Coach Albert Riera wurde heftig kritisiert. Wie es mit ihm weitergeht, ist offen. Gegen den VfB müssen die Frankfurter punkten und auf einen Patzer des SC Freiburg hoffen, soll es noch mit dem Sprung in die Conference League klappen. 

So blickt Hoeneß einem «absoluten Druck-Spiel» entgegen. Für eine Saisonbilanz ist es dem Coach zu früh. «Ich habe keine Kapazität, jetzt irgendwie in Erinnerung zu schwelgen. Mein Blick geht nach vorn, und da wollen wir die Highlights setzen.» Am Samstag in Frankfurt und am 23. Mai in Berlin.

© dpa-infocom, dpa:260514-930-80402/1