Lichtenau. Seit mehr als zwei Jahren fehlt von Alexander Bohnert aus dem Landkreis Rastatt jede Spur. In der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... Vermisst» hat seine Familie nun eindringlich um Hinweise gebeten - und geschildert, wie sehr das rätselhafte Verschwinden ihren Alltag bis heute bestimmt.
«Im Prinzip müssen ich und meine Kinder alles alleine stemmen. Es hat sich alles verändert», sagte Ehefrau Melanie Bohnert am Mittwochabend in der Live-Sendung. Kraft schöpfe sie vor allem aus ihren Kindern, ihrer Schwiegertochter und der Familie. Ihre Hoffnung sei, dass sich doch noch jemand melde, der ihren Mann gesehen habe. «Dass man endlich Klarheit kriegt.»
Auch der erwachsene Sohn Julian sprach über die Lücke, die sein Vater hinterlassen habe. «Mir fehlt dieses Vorbild, die Alltagsgespräche und seine lustige und lockere Art», sagte er. Er denke regelmäßig an seinen Vater. «Es wäre auch echt eine Bereicherung, wenn er da wäre.»
Ermittler stehe vor Rätsel
Die Ermittler stehen nach eigenen Angaben weiterhin vor einem Rätsel. Alexander Bohnert hatte am 3. April 2024 nach einer Nachtschicht sein Haus verlassen und war zu einer Wanderung aufgebrochen. Seitdem fehlt von dem damals 51-Jährigen jede Spur. Persönliche Gegenstände wie Geldbeutel oder Ausweispapiere habe er nicht mitgenommen, sagte Kriminalhauptkommissar Elmar Reichl von der Kriminalpolizei Rastatt im ZDF. «Unfall, Straftat oder sogar Suizid - das ist alles möglich. Wir wissen es einfach nicht, was da passiert ist.»
Für die Familie hat das Verschwinden auch rechtliche Folgen. Weil Bohnert nach dem sogenannten Verschollenengesetz erst nach zehn Jahren für tot erklärt werden kann, liefen Verträge und Mitgliedschaften weiter, sagte der Sohn. «Es läuft alles rechtskräftig weiter, als würde er noch leben und bei uns sein.»
Entscheidende neue Hinweise gingen nach der Ausstrahlung der Sendung zunächst nicht ein, teilte die Polizei mit. Die Ermittler bitten darum, auch vermeintlich unbedeutende Beobachtungen mitzuteilen. «Für uns wäre jeder Hinweis enorm wichtig», sagte Melanie Bohnert.
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