1. Startseite
  2. Überregionales
  3. Stuttgart & Südwest
Logo

Mit Pflege überfordert?
Krebskranken Ehemann im Schlaf erstochen? Urteil erwartet

Mordprozess gegen Seniorin am Landgericht Ellwangen
Die Seniorin ist wegen Mordverdachts vor Gericht. (Archivbild) Foto: Andreas Kempf
Tötungsdelikt in Ellwangen
Angehörige fanden die beiden. (Archivbild) Foto: Jason Tschepljakow
Dramatisches Ende einer Ehe: Die Staatsanwaltschaft wirft einer 79-Jährigen vor, ihren an Krebs erkrankten Mann mit einem Messer getötet zu haben. Nun wird das Urteil erwartet.

Ellwangen. Im Mordprozess gegen eine 79-Jährige, die ihren krebskranken Ehemann getötet haben soll, wird am Mittwoch (ab 9.30 Uhr) vor dem Landgericht Ellwangen das Urteil erwartet. Die Staatsanwaltschaft wirft der Seniorin vor, sie habe Anfang Oktober mehrfach auf den 84-Jährigen eingestochen. Laut Anklage erlitt der Mann 40 Stichverletzungen mit einem Küchenmesser.

Demnach soll die Deutsche ihren Ehemann unter anderem an Kopf, Schulter, Armen, Händen und am Oberschenkel getroffen haben. Er sei aufgrund von zwei Stichen in den Hals verblutet. Danach soll die Seniorin versucht haben, sich selbst zu töten.

Die Rentnerin habe befürchtet, dass sie zusammen mit dem schwer kranken Ehemann in einem Heim untergebracht wird, weil sie mit der Pflege des Seniors überfordert war, so die Staatsanwaltschaft. Der 84-Jährige hatte kurz zuvor zwei Schlaganfälle erlitten. Die Anklage wirft der Frau vor, heimtückisch den Senior im Schlaf angegriffen zu haben. Der Mann habe so keine Möglichkeit gehabt, sich zu wehren.

Angehörige entdeckten die beiden

Angehörige fanden die beiden Senioren im gemeinsamen Einfamilienhaus in Ellwangen. Die Angeklagte wurde schwer verletzt geborgen und im Koma mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Für den 84-jährigen Ehemann kam die Hilfe zu spät. Er war bereits tot.

Die Angeklagte sitzt seit Anfang Oktober in Schwäbisch Gmünd in Untersuchungshaft. Der Frau droht lebenslange Haft.

© dpa-infocom, dpa:260415-930-945907/1