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Vor Saisonauftakt
«Logische Entscheidung»: Undav wird vor Bayern-Hit Kapitän

Sebastian Hoeneß und Deniz Undav
Deniz Undav (r) wird neuer Kapitän beim VfB Stuttgart. (Archivbild) Foto: Uwe Anspach
Bevor er zum VfB Stuttgart wechselte, lief Deniz Undav in Deutschland unter dem Radar. Bei den Schwaben ist er schnell zum Publikumsliebling aufgestiegen - und übernimmt nun neue Verantwortung.

Stuttgart. Neuer Top-Vertrag, gehypter WM-Star - und nun auch noch Kapitän des VfB Stuttgart. Für Fußball-Nationalstürmer Deniz Undav setzt sich ein besonderer Sommer fort. Beim schwäbischen Champions-League-Teilnehmer elektrisiert der Publikumsliebling ohnehin die Massen und hat eine Ausnahmestellung inne. 

Nun erklimmt der bisherige Vizekapitän mit noch einmal gestiegener Verantwortung die nächste Stufe. Größer als mit dem Eröffnungsspiel am Freitag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) beim FC Bayern München könnte die Bühne für seine inzwischen offiziell bestätigte neue Rolle gar nicht sein. 

Hoeneß spricht von «logischer Entscheidung»

Über Undavs Standing in der Mannschaft und der Region müsse man nicht sprechen, sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß vor dem Trip zum deutschen Rekordmeister. «Ich glaube, da gibt es keine zwei Meinungen, dass er dort ja auch für den Erfolg steht des VfB, für den Aufschwung. Deswegen ist es für mich eine logische Entscheidung», begründete der Coach den Wechsel, über den «Sky» schon am Montag berichtet hatte. 

Ganz neu ist die Rolle für Undav nicht. Auch in der Vergangenheit trug der Stürmer schon die Kapitänsbinde am Arm, wenn Atakan Karazor auf der Bank Platz nehmen musste. So war es auch am vergangenen Wochenende beim DFB-Pokalsieg in der ersten Runde bei Hansa Rostock (4:0). Als wortstarker Meinungsführer, der auch mal nach schwachen Auftritten Kritik übt, war Undav ohnehin schon bekannt.

Der Torjäger sei für ihn schon in den vergangenen Jahre wie ein «verlängerter Arm» auf dem Rasen gewesen, sagte Hoeneß. Er sei über inhaltliche Dinge auch zuvor «schon sehr eng immer wieder im Austausch» mit dem 30-Jährigen gewesen. Undav, der bei der verpatzten WM-Teilnahme des deutschen Nationalteams dreimal traf, dürfte trotz des neuen Sturmkollegen Dzenan Pejcinovic oft in der Startelf stehen. Anders als Karazor. Der defensive Mittelfeldspieler bangt nach der Verpflichtung von Grischa Prömel als weiterem Konkurrenten noch stärker um seinen Startelfplatz. 

Atakan Karazor
Atakan Karazor verliert seine Rolle als VfB-Kapitän. (Archivbild) Foto: Tom Weller

Mannschaftsrat noch offen

Ein neuer Mannschaftsrat ist indes angesichts der noch bis zum 1. September laufenden Transferperiode noch nicht gewählt. «Wir wollen, dass diejenigen wählen, die dann auch nachher die Saison bestreiten, und natürlich auch diejenigen da sind, die gewählt sind», so Hoeneß. Weitere Transfers sind damit nicht ausgeschlossen.

Für Undav erwies sich der Wechsel vor drei Jahren vom Premier-League-Team Brighton & Hove Albion zum VfB als Volltreffer. Zuvor hatte er auch schlechte Erfahrungen gemacht, unangenehme Seiten im Fußball kennengelernt und musste um Anerkennung kämpfen. In Stuttgart dagegen machte er sich rasch einen Namen, stieg zum gefeierten Torjäger und Nationalstürmer auf. 

Zuvor war er in Deutschland noch unter dem Radar gelaufen, etwa als er in Belgien Union Saint-Gilloise in die erste Liga schoss. Bei Werder Bremen wurde er sogar einst in der Jugend aussortiert. Zu klein «und zu dick» lautete das Urteil, wie Undav selbst erzählte. 

Was Undav zur Kapitänsrolle sagt

«Stuttgart und der VfB sind für mich und meine Familie zu einer zweiten Heimat geworden», sagte Undav in einer VfB-Mitteilung. Sein neuer Vertrag, den er kurz vor dem WM-Auftakt unterschrieb, läuft bis zum Sommer 2029 mit der Option auf ein weiteres Jahr. Und soll ein deutliches Gehaltsplus beinhalten. 

«Ich werde die Kapitänsbinde mit Stolz tragen. Und wenn ich es schaffe, es auch nur annähernd so gut zu machen wie Ata all die Jahre, dann habe ich wahrscheinlich vieles richtig gemacht», sagte Undav. 

Der sportliche Höhepunkt für Karazor war der DFB-Pokalsieg im Berliner Olympiastadion im Mai 2025 gegen Arminia Bielefeld. Undav möchte nun erst einmal einen Coup beim FC Bayern am Freitag schaffen.

© dpa-infocom, dpa:260826-930-585746/1