Freiburg. Nachdem Rechtsextremisten die Ramadan-Beleuchtung in Freiburg mit einem Banner verhängt hatten, äußerte sich der Oberbürgermeister entsetzt. «Solche Aktionen zielen auf Spaltung, aber das lassen wir nicht zu», sagte Oberbürgermeister Martin Horn. Die Stadt verurteile dies «aufs Schärfste».
Am Sonntag hatten drei Männer ein Banner an der Festbeleuchtung angebracht, um den Schriftzug zu überdecken. Wenig später bekannte sich die als rechtsextremistisch eingestufte Identitäre Bewegung in den sozialen Netzwerken zu dem Vorfall. Ein Polizeisprecher sagte, ihnen sei dies bekannt und es werde ermittelt. Bislang habe es noch keine Festnahme gegeben.
Bereits einen Tag zuvor wurde die Beleuchtung ebenfalls sabotiert: Ein vermummter Mann habe die Kabel der Beleuchtung durchgeschnitten, wie eine Zeugin der Polizei erzählte. Laut einem Polizeisprecher ist unklar, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Taten gibt. In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz.
Tat macht muslimischen Frauen Angst
Der Vorfall mache besonders muslimischen Frauen Angst, sagt Senay Awad vom Sozialdienst muslimischer Frauen. «Viele haben eine Fluchtgeschichte hinter sich; da kommen jetzt wieder große Ängste hoch.»
Als erste Stadt in Baden-Württemberg hatte Freiburg in diesem Jahr eine Ramadan-Beleuchtung im Seepark installiert. Es handle sich dabei um eine Gemeinschaftsaktion, die auf eine Idee von mehreren Freiburger Jugendlichen zurückgeht, hieß es zur Eröffnung.
Der Ramadan ist für Muslime ein traditioneller Fastenmonat. Während des Ramadans verzichten gläubige Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang unter anderem auf Essen und Trinken. Abends kommen die Menschen meist zu einem größeren Mahl zusammen.
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