Karlsruhe. Während sich im Umfeld des Karlsruher SC fast alle fragen, wer denn dieser neue Trainer ist, fühlt sich der Coach fast wie im Wunderland angekommen «Aus Kindheitstagen verbindet mich mit dem KSC ein fußballromantisches Gefühl. Der KSC ist in Österreich sehr bekannt», sagte der strahlende Maximilian Senft bei seiner offiziellen Vorstellung.
Mit «ganz, ganz viel Vorfreude» geht der bisherige Chefcoach des österreichischen Erstligisten SV Ried die Arbeit beim nordbadischen Fußball-Zweitligisten an. «Es ist für mich ein sehr großes Privileg, Vereine wie den KSC zu trainieren, wo so viel Geschichte dranhängt», sagte der 36 Jahre alte gebürtige Wiener.
Erstes Training gleich im Stadion vor Fans
Das Wildparkstadion sei ja «eine Spur größer» als die Arena seines Ex-Clubs, die übrigens gerade mal gut 7.000 Zuschauer fasst. Die Vorstellung, dass seine Mannschaft vor 30.000 Zuschauern auf dem Platz steht, «habe totale Zugkraft» gehabt bei seiner Entscheidung.
Beim öffentlichen Trainingsauftakt am Sonntag (11.00 Uhr) wird Senft schon mal einen Vorgeschmack bekommen: Wegen der Hitze wurde die Übungseinheit ins Stadion verlegt, damit sich die Fans im Schatten aufhalten können.
Großer Umbruch - hohe Erwartungen
Beim KSC, der die vergangene Spielzeit als Tabellenzehnter abgeschlossen hat, müssen Senft und sein neues Betreuerteam einen gewaltigen Umbruch moderieren. Die Karlsruher peilen auf lange Sicht die Rückkehr in die Bundesliga an, hatten sich zuletzt aber einen strengen Sparkurs auferlegt.
Sport-Geschäftsführer Mario Eggimann wünscht sich, dass der neue Chefcoach «etwas Bleibendes hinterlässt». Einfach wird das nicht für Senft. «Wir haben einen umfangreichen Veränderungsprozess durchlaufen», sagte Eggimann. Man habe sich auf allen Ebenen neu aufgestellt. «Unser Ziel ist bekannt: Wir wollen in den nächsten vier Jahren in die Top 20 des deutschen Profifußballs», so der frühere Schweizer Nationalspieler - also zurück ins Oberhaus.
Dass der zuletzt gerupfte Kader noch lange nicht steht, ist Senft bewusst. In der Situation, Forderungen zu stellen, wie es sein Vorgänger Eichner mitunter zum Unwillen der Verantwortlichen tat, ist der neue Trainer nicht. «Es gibt keine Namen oder Wunschspieler, wir haben Profile festgelegt», erklärte er. «Es wird dieses Transferfenster brauchen - und noch mehr, da bin ich nicht naiv.»
«Sehr aggressiv spielen»
Während seine Spieler Leistungstests absolvierten, hat Senft schon einen Workshop mit seinem Staff absolviert. Als Assistenten brachte er Eduard Buxmann und Emmanuel Faloba aus Ried sowie Fitnesscoach Mauro Zanoguera mit. Aus dem alten Trainerteam gehört nur noch Ex-Profi Daniel Gordon dazu.
«Vorwärts verteidigen» und «sehr aggressiv spielen» lassen will Senft. «Die absolute Basis wird sein, wie wir als Mannschaft auftreten. Die Fans haben ein sehr gutes Gefühl dafür, ob eine Mannschaft oder elf Spieler auf dem Platz stehen.» Ein großes Saisonziel will er noch nicht ausgeben: «Ich verstehe die Frage, aber wir haben ja noch nicht einmal das erste Training gehabt.»
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