Heidenheim. Ohne den an einem Infekt erkrankten Chefcoach Christian Ilzer hat die TSG 1899 Hoffenheim den nächsten Schritt zur angestrebten Champions-League-Qualifikation geschafft. Mit Co-Trainer Moritz Volz an der Seitenlinie führte Doppeltorschütze Alexander Prass die TSG zum 4:2 (2:0) beim Tabellenletzten 1. FC Heidenheim. Der Ostalb-Club bewies Moral, dennoch rückt die Rückkehr in die Zweitklassigkeit wieder ein Stückchen näher.
Nach zuvor zwei sieglosen Partien in der Fußball-Bundesliga der drittplatzierten TSG traf der österreichische Mittelfeldspieler Prass in der umkämpften ersten Hälfte (26./45.+1 Minute) doppelt. Fisnik Asllani (49.) und Tim Lemperle (78.) legten in der unterhaltsamen zweiten Hälfte nach, in der der Königsklassen-Aspirant gegen das Schlusslicht Probleme hatte. Die Tore von Luca Kerber zum 1:3 und 2:4 waren aber für Heidenheim zu wenig (63./84.)

Seit nunmehr zwölf Partien ist der FCH ohne Sieg, der Rückstand auf den Relegationsrang könnte am Sonntag auf elf Punkte wachsen. «Ein Wunder reicht nicht, um noch die Klasse zu halten. Es müssen zwei sein», hatte Trainer Frank Schmidt schon zuvor gesagt.
Bebou-Trikot beim Torjubel sorgt für kurze Aufregung
Trotz des ungleichen Duells versuchte die Schmidt-Truppe die Gäste früh unter Druck zu setzen. In der Offensive blieb seine Elf in der ersten Hälfte aber zu harmlos. Mit einem sehenswerten Angriff gingen die Hoffenheimer in Führung. Nach einem gelungenen Doppelpass mit Fisnik Asllani schlenzte Prass den Ball von der Strafraumgrenze ins linke obere Eck.
Beim kollektiven Jubel hielt der Mittelfeldspieler als Geste für den fehlenden Ihlas Bebou ein Trikot des Stürmers in die Kameras. Bei den FCH-Fans kam die Aktion nicht gut an. Absicht war das aber nicht.
Videobeweis führt zum 2:0
Die Hoffenheimer bewiesen vor dem Tor Effizienz. Über den Doppelpack von Prass jubelten sie erst Minuten, nachdem der Österreicher FCH-Torwart Diant Ramaj getunnelt hatte. Erst nach dem Videobeweis stand fest, dass doch keine Abseitsposition vorgelegen hatte.
In den vergangenen beiden Spielen hatten die Kraichgauer geschwächelt und beim 1. FC Köln (2:2) und bei der überraschenden Heimniederlage gegen den FC St. Pauli (0:1) Punkte liegen gelassen.
Doppeltes Pech für Heidenheim
Auf der Ostalb konnte Asllani mit seinem Abstauber nur zur vermeintlich beruhigenden 3:0-Führung sorgen. Dennoch benötigte die TSG auch Glück, um nicht zwischenzeitlich zittern zu müssen. Erst überwand Außenseiter Heidenheim mit einem weiten Einwurf die TSG-Defensive, Kerber spitzelte den Ball an Nationaltorhüter Oliver Baumann vorbei.
Kurz nachdem der vermeintliche Anschluss von Christian Conteh (70.) zum 2:3 nach einem Videobeweis nicht zählte, fehlte nicht viel für einen weiteren FCH-Treffer. Bei einem Klärungsversuch von TSG-Verteidiger Ozan Kabak landete der Ball am Pfosten. Lemperle machte dann letztendlich doch alles klar, auch wenn Kerber die FCH-Fans noch einmal jubeln ließ.
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