Stuttgart. Grüne und rote Farbtöne haben am späten Montagabend den Himmel über Teilen Baden-Württembergs geschmückt. Es seien besondere Polarlichter zu sehen gewesen, sagte die stellvertretende Leiterin am Haus der Astronomie in Heidelberg, Carolin Liefke. «Man hatte so Erscheinungen, wo es teilweise sehr, sehr hell war.» Es habe Stellen gegeben, wo die Polarlichter nur für Sekunden zu beobachten gewesen seien. «Man hat sehr intensive Farben gesehen, das war sehr eindrucksvoll.»
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) waren die Polarlichter gut zu sehen in der Region Freiburg über 500 Meter, generell im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb, im Bereich Stuttgart und Hohenlohe. «Es gibt nicht tagtäglich Polarlichter in Deutschland», erklärte DWD-Meteorologe Kai-Uwe Nerding. «In der Ausprägung, wie in der letzten Nacht, war es ein seltenes Ereignis. Es war bis in die Alpen sichtbar.»
Aussichten für die Nacht auf Mittwoch eher bescheiden
Zwischen 22 Uhr und etwa 23.15 Uhr hätten viele Nutzer über die Warnwetter-App Polarlichter gemeldet. «Das war die Zeit, wo es deutschlandweit gut zu sehen war, bis auf die Regionen, die durch Nebel getrübt waren», sagte er. Allein für Baden-Württemberg habe es 200 solcher Meldungen gegeben.
Für die kommende Nacht sind die Aussichten laut Liefke eher bescheiden. Den Prognosen nach würden noch Polarlichter für Dienstag im Laufe des Tages, nachmittags erwartet - wenn es in Deutschland noch hell sei. «Da haben dann eher Leute in den USA, Kanada was von.» Es gebe allerdings immer wieder Überraschungen. «Auf der Hut sein, schadet nicht», sagte Liefke für die Nacht auf Mittwoch. «Einfach mal den Blick rauswerfen, wenn es klar ist.»
Stärkere Eruption der Sonne sorgte für Polarlichter
Laut DWD soll es wieder in denselben Regionen einen klaren Himmel geben, wie in der Nacht auf Dienstag. «Wir hatten eine stärkere Eruption der Sonne und die ist jetzt bei uns angekommen», sagte Markus Bayer, Meteorologe beim DWD. Durch die Eruption flogen Teilchen von der Sonne in Richtung Erde.
Sie werden bei Sonnenstürmen vom Erdmagnetfeld in Richtung Pole gelenkt und dringen in die Erdatmosphäre ein, heißt es auf der Webseite des DWD dazu. «In den oberen Schichten der Atmosphäre treffen die geladenen Teilchen auf Luftmoleküle und regen diese zum Leuchten an.»
© dpa-infocom, dpa:260120-930-569049/2
