Aspach. Den Mannschaftssprint zum kollektiven Jubel nach dem DFB-Pokal-Coup führte Elfmeter-Hauptdarsteller Maximilian Reule an. Zur Kabinenparty der SG Sonnenhof Großaspach kam er als gefragter Mann alles andere als am schnellsten. Zum ersten Mal in der Vereinshistorie mischt der Drittliga-Aufsteiger, der sich selbst als «Dorfclub» tituliert, nach einem 3:0 im Elfmeterschießen gegen Arminia Bielefeld in der zweiten Pokal-Runde mit.
Im ersten Moment hatte es Torhüter Reule gar nicht realisiert, dass der Sieg nach dem dritten verschossenen Elfmeter des Fußball-Zweitligisten und Pokal-Sensationsfinalisten von 2025 schon perfekt war. Doch als er die Teamkollegen auf sich zurennen sah, stürmte der 32-Jährige los zu den eigenen Fans.
«Es hat Spaß gemacht, den Jungs auch mal davonzurennen. Es ist, glaube ich, keiner hinterhergekommen», erzählte Reule schmunzelnd und kündigte eine Party an. Der Verein sei bekannt dafür, «brutale» Siege «ausgiebig» zu feiern.

Kampf gegen die Übelkeit
Der Außenseiter hatte schon beim 2:2 nach der regulären Spielzeit und Verlängerung einen couragierten Auftritt gegen enttäuschende Bielefelder gezeigt - auch wenn die Kräfte am Ende auszugehen drohten. Er sei so komplett am Ende gewesen, dass er ein «ein bisschen mit Übelkeit zu kämpfen» hatte, berichtete Offensivspieler Tim Rossmann.
Trainer wird übermannt von den Emotionen
Im Elfmeterschießen vor den Bielefelder Fans verwandelten alle drei Spieler von Großaspach - und Reule parierte die Schüsse von Maximilian Bauer und Tim Handwerker. Roberts Uldrikis schoss über das Tor. Der Rest war Jubel.
Er habe «Gänsehaut am Körper», berichtete Trainer Pascal Reinhardt. «Nach dem Spiel wusste ich gar nicht, wo soll ich hin, was soll ich machen.» Er sei «unfassbar stolz». Bei der Pressekonferenz würde er zwar gerade etwas herunterkommen. Doch im Kreise der Mannschaft sei gleich «wieder pure Ekstase, pure Freude.»

Die Vorahnung des Trainers
Dreimal hatte sich die SG Sonnenhof Großaspach, deren wohl bekannteste Anhängerin die Schlagersängerin Andrea Berg ist, zuvor für den DFB-Pokal qualifiziert. Dreimal war nach der ersten Runde Schluss. 2009 gegen den VfB Stuttgart (1:4), 2012 gegen den FSV Frankfurt (1:2) und im vergangenen Jahr gegen Bayer Leverkusen (0:4).
Reinhardt hatte schon eine Vorahnung gehabt, dass es erstmals zur Entscheidung vom Elfmeterpunkt kommen könnte. Er habe sich am Morgen im Gespräch mit seinen Eltern das Elfmeterschießen gewünscht, erzählte der 33-Jährige. Auf ihre Bedenken, im Elfmeterschießen verlieren zu können, habe er geantwortet: «Das wird nicht passieren.» Und so kam es.
Das Wunschlos?
Am 5. September wird die SG Sonnenhof Großaspach erfahren, gegen welches Team es in der zweiten Runde Ende Oktober geht. Im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund steigt die Auslosung, die in der ARD-Sportschau live übertragen wird.
«Jetzt ist man hungrig auf mehr. Man will den Weg weitergehen», sagte Rossmann. Er wünsche sich einen Gegner, «der schlagbar ist».
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