Stuttgart. Für Hunderttausende Pendlerinnen und Pendler im Großraum Stuttgart wird der tägliche Weg in die Innenstadt wieder für Wochen deutlich beschwerlicher. Wegen Bauarbeiten wird die wichtige Stammstrecke der Stuttgarter S-Bahn für mehrere Wochen komplett gesperrt. Dadurch kommt es zu längeren Fahrzeiten. Viele Pendler müssen auf Ersatzbusse umsteigen.
Die Sperrung dauert diesmal nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) länger als in den Jahren zuvor - nämlich acht Wochen. Von Montag, 20. Juli, bis Samstag, 12. September, fahren auf der Tunnelstrecke zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und Vaihingen keine Züge. Hinzu kommen im Zeitraum der Sperrung noch weitere kürzere Baustellen rund um Stuttgart, die weitere Einschränkungen mit sich bringen.
Betroffen sind laut Bahn die Haltestellen Hauptbahnhof (tief), Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße, Universität und Österfeld. Sie werden in dieser Zeit nicht angefahren. Am Hauptbahnhof enden die Züge der S-Bahn im oberirdischen Teil. Von dort aus müssen die Fahrgäste wegen der Baustelle von Stuttgart 21 mit deutlich längeren Fußwegen zu Bussen und zur U-Bahn planen.
Sechste wochenlange Sperrung in Folge
Die Bahn sperrt die Strecke bereits zum sechsten Mal in Folge für mehrere Wochen im Sommer. Grund dafür sind auch in diesem Jahr Bauarbeiten im Zuge der Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens. Zudem gebe es Bauarbeiten zur Anbindung der neuen Stuttgart-21-Strecken an bestehende Gleise, teilte die DB mit.
In diesem Jahr erneuert die Bahn auch noch die Gleise in der Wendeschleife der S-Bahn nahe der Haltestelle Schwabstraße. Weil diese Arbeiten nicht parallel zu den anderen stattfinden können, müssen sie vor den Sommerferien erledigt werden, sodass die Sperrung in diesem Jahr acht statt sechs Wochen dauert.
Für die rund 350.000 Fahrgäste, die die Stuttgarter S-Bahn täglich nutzen, bedeutet das eine dünnere S-Bahn-Taktung, weniger angefahrene Haltestellen und den Umstieg auf Ersatzverkehr. Zwischen dem Hauptbahnhof und Vaihingen fahren Ersatzbusse. Sie halten an allen ausfallenden S-Bahn-Stationen entlang der Stammstrecke. Die Busse sollen mindestens alle zehn Minuten verkehren, in der Hauptverkehrszeit sogar alle fünf Minuten.
Für Fahrgäste, die vom Hauptbahnhof nach Vaihingen müssen, bietet die Bahn einen Ersatzverkehr mit Regionalzügen. Diese pendeln stündlich zwischen Hauptbahnhof und Böblingen - und halten auch in Vaihingen. Auf den Abschnitten, die von der S-Bahn weiter befahren werden, verkehren die Züge nur im Halbstundentakt.
Auch Fern- und Regionalverkehr sind betroffen
Neben der S-Bahn sind von der Sperrung auch Züge des Fern- und des Regionalverkehrs betroffen. Weil im oberirdischen Teil des Hauptbahnhofs Gleise für die S-Bahn benötigt werden, können nicht alle Regional- und Fernzüge dort halten. Im Fernverkehr halten einige Züge nicht in Stuttgart, sondern ersatzweise in Esslingen am Neckar oder Vaihingen (Enz), etwa ICE-Züge von Dortmund nach München oder von Frankfurt nach Graz.
Im Regionalverkehr fahren Züge der Linie MEX 18 (Tübingen-Osterburken) von Esslingen am Neckar direkt nach Ludwigsburg - und damit an Stuttgart vorbei. Züge der Linie MEX 17 (Stuttgart-Pforzheim) starten und enden bis auf wenige Ausnahmen in Bietigheim-Bissingen. Die Linien MEX 19 (Stuttgart-Gaildorf) und MEX 90 (Stuttgart-Schwäbisch Hall) beginnen und enden zum großen Teil in Winnenden.
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