Eberbach. Gut Zehn Monate nach dem Fund einer Frauenleiche in Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis) steht mit Gewissheit fest, dass sie ihr eigener Sohn getötet hat. Der Mann war im vergangenen Jahr noch vor dem Fund der Leiche seiner Mutter mit seinem Auto gegen eine Brücke gefahren und gestorben. Die Ermittler waren schon früh davon ausgegangen, dass der junge Mann seine Mutter tötete.
Nach Abschluss der Ermittlungen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft nun davon aus, dass der 19-Jährige seine Mutter am 21. September an einem Sportplatz getötet und Suizid begangen hat. Das Verfahren sei eingestellt, da der Beschuldigte tot sei und eine Beteiligung weiterer Personen ausgeschlossen werden konnte. Ein zweifelsfreies Motiv für die unerwartete Tat gebe es nicht. Die Leiche der 45-Jährigen wurde nach damaligem Polizeibericht mit schweren Kopfverletzungen entdeckt.
Aus Sicht des Sachverständigen sei denkbar, dass der Konsum von Kokain im zeitlichen Zusammenhang mit der Tat eine Änderung der psychischen Verfassung des 19-Jährigen verursacht und zu dem Tötungsdelikt geführt habe. Bis zur Tat habe eine harmonische Beziehung zwischen den beiden bestanden, hieß es in der Mitteilung.
Experte: Kokain kann gesteigerte Aggressionen auslösen
Der Sachverständige führte an, dass Kokain im Körper manchmal zu komplizierten Verläufen mit massiv gesteigerter Aggressivität führen könne. «In einigen Fällen würden sich statt der angestrebten Euphorie intensive Ängste bis hin zu panikartigen Verfassungen einstellen, die dann zu aggressivem Verhalten gegenüber Dritten führen können.»
Polizei und Staatsanwaltschaft wiesen darauf hin, dass Kokain-Konsum nicht nur eine Gefahr für den Körper, sondern auch für die eigene Persönlichkeit sei. «Der Konsum kann letztlich dazu führen, dass Konsumenten die Kontrolle über ihr Verhalten verlieren und Handlungen vornehmen, die sie nicht mehr bewusst steuern können und die sie drogenabstinent weder umsetzen noch gutheißen würden.»
Spaziergänger entdeckte Leiche der Frau
Die Leiche der Frau war gegen 7.00 Uhr von einem Spaziergänger am Waldrand bei Eberbach entdeckt worden. In der Nacht gegen 3.30 Uhr war der 19-Jährige laut Polizei bei Waibstadt mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Brücke gefahren. Er starb noch an der Unfallstelle. Zwischen Waibstadt und Eberbach liegen ungefähr 26 Kilometer.
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