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Pfefferspray gegen Autofahrer
Video von Polizeieinsatz sorgt im Netz für Aufsehen

Illustration - Polizei Berlin
Ein Polizeieinsatz sorgt im Internet für Aufsehen. (Archivbild) Foto: Carsten Rehder
Trotz Pfefferspray entkommt ein Autofahrer, stößt einen Beamten um und wird später in der Schweiz gestellt. Ein Video davon geht viral. Was die Polizei dazu sagt.

Singen. Das Video eines Polizeieinsatzes in Singen (Landkreis Konstanz) verbreitet sich derzeit in den sozialen Netzwerken. Zu sehen ist, wie ein Polizist erfolglos versucht, einen Autofahrer nach einem Unfall mit viel Pfefferspray zu stoppen. Der Mann fährt trotzdem davon und reißt den Beamten dabei noch zu Boden. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Nach Angaben der Polizei befand sich der Mann am Sonntagabend offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand. Zuvor soll er absichtlich auf ein anderes Auto aufgefahren sein. Bei der anschließenden Unfallaufnahme habe er sich aggressiv und unkooperativ verhalten und den Anweisungen der Beamten widersetzt, heißt es in einer Mitteilung.

Als er mit Pfefferspray besprüht wird, beschleunigt der mutmaßliche Unfallverursacher den Aufnahmen nach plötzlich sein Auto, stößt mit geöffneter Fahrertür den Polizisten um und flüchtet mit offenem Kofferraum. Das Video stammt von einem privaten Nutzer und wurde zigfach in den sozialen Netzwerken geteilt und kommentiert. 

Fragen und Spott in sozialen Netzwerken 

Die Polizei brach eine gestartete Verfolgung nach eigenen Angaben wieder ab, um weitere Gefährdungen zu vermeiden. Der 44-Jährige fuhr den Angaben nach über die Grenze in die Schweiz und wurde dort von Beamten der Grenzwacht vorläufig festgenommen. Anschließend kam er in eine psychiatrische Fachklinik.

Die Reaktionen auf den Einsatz fielen gemischt aus. Die einen lobten die Polizei, andere fragten, ob so viel Pfefferspray verhältnismäßig gewesen sei und wieder andere machten sich in den Kommentarspalten über die Arbeit der Beamten lustig («Pfefferspray war abgelaufen»). 

Die Polizei reagierte mit einem Posting zu den Hintergründen des Einsatzes, etwa auf Facebook. Dem «Südkurier» sagte eine Polizeisprecherin, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass Beamte in einer solchen Situation Pfefferspray einsetzten.

© dpa-infocom, dpa:260616-930-231671/1